Alpwirtschaft im Mittelpunkt

Rund 300 Teilnehmer erhielten beim Alpwirtschaftstag auf der Alpe Gamperdona Einblicke in die moderne Alpwirtschaft und ihre Herausforderungen.
Nenzing Der Vorarlberger Alpwirtschaftsverein ist die berufsständische Interessenvertretung für die Alpwirtschaft und die Alpbewirtschafter des Landes. Der Alpwandertag führte vor Kurzem auf die Alpe Gamperdona (Nenzinger Himmel). Die Teilnehmer wanderten eine kurze Strecke bis zum Senntum und erhielten dort einen umfassenden Einblick in die vielfältige Alpwirtschaft der Agrargemeinschaft Nenzing. Mit rund 8200 Hektar Gesamtfläche ist die Agrargemeinschaft Nenzing die flächenmäßig größte Agrargemeinschaft Vorarlbergs, die Alpwirtschaft nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein. Die bekannteste Alpe ist die Sennalpe Gamperdona. Dort wurden in diesem Jahr 142 Milchkühe gesömmert, insgesamt verbringen auf den Alpen der Agrargemeinschaft Nenzing ca. 1000 Tiere ihren Sommer. Die Sennalpe Gamperdona umfasst 141 Hektar Weidefläche, die von den Kühen an ca. 95 Tagen im Sommer beweidet werden. Die Kühe wurden in diesem Jahr von 25 verschiedenen Tierbesitzerinnen in die Obhut des Teams rund um Hirt Alexander Gstöhl aus Nenzing während der Sommermonate gegeben. Im Juli lieferten die Kühe 2900 Kilogramm Milch pro Tag, welche vom Team rund um Senn Thomas Helbock in der Sennerei verarbeitet wurde.

Köstliche Produkte
Im Jahr werden ca. 260.000 Kilogramm Milch zu köstlichen Produkten wie Alp- und Bergkäse, Butter, Sauerkäse und Joghurt verarbeitet. Die notwendigen Weidepflegearbeiten werden von den Hüttenbesitzern und Vereinen durch zwei Gemeinschaftsfrontagen im Jahr unterstützt. Eine weitere Besonderheit des Nenzinger Himmels bilden die über 200 Hütten im Talboden, die in den Sommermonaten gerne von den Hüttenbesitzern und deren Familien genutzt werden. Alpwirtschaft, Wald, Jagd, Naturschutz und Freizeitnutzung treffen hier auf engem Raum aufeinander. Obmann Johannes Maier und Geschäftsführer Siegbert Terzer begrüßten die Teilnehmer und gaben einen Einblick in die Aufgaben und die Organisation der Agrargemeinschaft. “Die Motivation von Älplerfamilien und die Erhaltung der Kulturlandschaft sind große Herausforderungen für die Alpen und die Gesellschaft. Es braucht ein Bekenntnis der Gesellschaft und der Politik, die Investitionen auch künftig zu unterstützen. Die Landwirte können das nicht mehr alleine bewerkstelligen, insbesondere wenn Trockenheit, Klimaveränderung, Herdenschutz gegen den Wolf und gesellschaftliche Anforderungen ständig mehr werden”, erklärte Siegbert Terzer.

Grundstein gelegt
Er führte mit verschiedenen Aktionen, wie z. B. Filmvorführungen im Alpkino oder Führungen in den Melkstand, durch den Tag. Vor ca. 30 Jahren wurde mit dem Bau des Melkstandes und der Erneuerung der Sennerei der Grundstein für das heutige besondere Weidemanagement gelegt. Die Weideflächen sind in Koppeln unterteilt, deren Nutzung nach einem detaillierten Weideplan erfolgt. Die Kühe befinden sich Tag und Nacht auf der Weide. Eine feierliche Alpmesse mit Generalvikar Hubert Lenz, ein zünftiger Frühschoppen der Abordnung des Bürgermusikvereins Nenzing und eine bestens kulinarische Verpflegung durch Jacqueline Feldkircher und Thomas Helbock samt Team sorgten dafür, dass sich die fast 300 Teilnehmer und die Ehrengäste in der “Gamperdond” sichtlich wohl fühlten. Josef Türtscher (Obmann des Alpwirtschaftsvereins) freute sich über die rege Teilnahme und bedankte sich bei allen fürs Kommen, bei den Organisatoren, bei der Agrargemeinschaft Nenzing und dem Team rund um Senn Thomas Helbock für die gelungene Veranstaltung. DOB









