Kleine Kapelle mit langer Geschichte

Die Mariahilf-Kapelle am Mühleplatz in Innerbraz reicht vermutlich bis ins 17. Jahrhundert zurück.
innerbraz Wann die Kapelle am Mühleplatz errichtet wurde, liegt völlig im Dunkeln. Wenn man die Bauform heranzieht, liegt die Vermutung nahe, dass sie wohl in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden ist. Sie erinnert nämlich doch stark an die ebenfalls in Braz befindliche Magnus-Kapelle, hat nämlich ebenfalls ein geräumiges Vorzeichen.
Geweiht war dieses kleine Gotteshaus damals wahrscheinlich bereits dem heiligen Valentin. Als solche wird zumindest eine Kapelle in der Pfarre Braz in einem Visitationsprotokoll des Bischofs von Chur aus dem Jahr 1743 erwähnt.
Die Umwidmung in eine Mariahilf-Kapelle erfolgte wohl nach einer Restaurierung im frühen 19. Jahrhundert. Jedenfalls ist in der Pfarrtopographie des Jahres 1835 unter den Kapellen des Ortes eine Valentinskapelle nicht mehr aufgeführt; dafür findet sich hier nun eine Marienkapelle, die ihrerseits in älteren Berichten nicht erwähnt worden ist. Daher ist anzunehmen, dass es sich um ein und dieselbe Kapelle handelt.
Die heutige Kapelle betritt man durch ein Vorzeichen, das auf den drei Außenseiten eine Holzbrüstung und darüber Glasfenster hat. Der Innenraum der Kapelle ist vom Vorzeichen durch ein schmiedeeisernes Gitter mit einer Tür abgetrennt. Auf dieser ist auf einem verzierten Holzstück “Maria hilf” eingeschnitzt. Auf dem Satteldach befindet sich in einem Dachreiter eine kleine Glocke.

Der Innenraum ist mit dunkelbraunen Fliesen ausgelegt und wird oben mit einer Holzdecke abgeschlossen. An beiden Längswänden steht eine Holzbank mit einer Rückenlehne an der Wand. Der Altar erstreckt sich über die gesamte Ostseite. Zentrale Figur ist eine Strahlenkranz-Muttergottes mit Rosenkranz, Zepter und dem Jesuskind auf dem linken Arm. Die Figur stammt aus der Zeit um 1680 und stammt vielleicht von Melchior Lechleitner. Flankiert wird die Marienstatue rechts vom hl. Josef und links von einem Bischof, bei dem es sich möglicherweise um den hl. Valentin handelt, den ersten Patron der Kapelle. Auch diese beiden Figuren wurden am Ende des 17. Jahrhunderts geschaffen. Vor der zentralen Figur befindet sich noch ein Kruzifix mit einem vergoldeten Corpus.
In jüngster Zeit gibt es Privatinitiativen für eine umfassende Renovierung, einmal mehr ein Beispiel dafür, wie wichtig den Menschen die Erhaltung solcher kleinen Gotteshäuser ist. OS