10 Jahre LeinwandLounge in der Remise

Das Programmkino des Vereins allerArt wurde eine Erfolgsgeschichte.
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Bludenz Vor zehn Jahren wurde der Vorstand des Kulturvereins allerArt neu gewählt und entwickelte die Idee, abseits des Kino-Mainstreams den Bludenzer Cineasten ganz besondere Filme in Originalversionen vorzuführen. Motoren dieses Projekt waren neben dem neuen Vereinsobmann Wolfgang Maurer vor allem Angelika Kaufmann und Jürgen Schacherl. Zunächst wurde eine Kooperation mit dem Kino Bludenz ins Auge gefasst, letztlich wurde diese Idee aber wieder verworfen, weil man bei einem wesentlichen Punkt uneins war, dem Termin. Vor allem Wolfgang Maurer wollte nämlich die Kinovorführungen zu einem Jour fixe werden lassen und plante von Beginn an vierzehntägige Filmabende. Diese sollten auch ganz bewusst schon um 19:00 Uhr beginnen – für Bludenzer Kulturveranstaltungen damals ein absolutes Novum –, damit sich im Anschluss auch noch Möglichkeiten zu geselligem Austausch ergeben könnten.
Bei der Jubiläumsveranstaltung wurden die Besucher vor dem Film vom Vivaldi-Duo der Stella Vorarlberg, bestehend aus den beiden Iranern Ali Delengiz (Violine) und Amin Mohammad Asgari (Gitarre) in die Welt des Barocks eingestimmt. Ihre Auszüge aus Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“, die sie selbst für Violine und Gitarre arrangiert haben, waren der ideale musikalische Vorbote für den Film „Vivaldi und ich (Primavera)“ aus dem Jahr 2024, in dem es vor der Kulisse des barocken Venedigs um eine Geschichte weiblicher Selbstbestimmung geht, faszinierend dargestellt von der italienischen Schauspielerin und Popsängerin Tecla Insolia. Ihrer Filmfigur Cecilia gelingt über die Musik Vivaldis der schwierige Weg aus dem Waisenhaus in die Freiheit.

Auch ein zweites Ziel konnte der Vereinsvorstand mit der Schaffung eines speziellen Ambientes gleich umsetzen. „Ein Kinobesuch soll ein Erlebnis sein“, lautete schon vor zehn Jahren das Motto von Obmann Maurer. Inzwischen wird der Saal jeweils mit gemütlichen roten Sesseln und Beistelltischen ausgestattet. Dafür, dass die Besucher so besondere Filme zu sehen bekommen, sorgt in erster Linie Walter Gasperi, der für die Auswahl der Filme verantwortlich ist. Im Laufe des zurückliegenden Jahrzehnts wurden insgesamt etwa 225 Filme gezeigt, und zwar aus unterschiedlichsten Ländern und mit unterschiedlichsten Thematiken.

Der Verein konnte auch sofort das Kulturamt und damit die Stadt Bludenz für eine enge Zusammenarbeit gewinnen und kann die Remise für die LeinwandLounge kostenlos benützen. Hinsichtlich der Programmgestaltung hatte man allerdings völlig freie Hand. Und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern, sagt Neo-Obfrau Jasmine Türk, obwohl die Kürzung der städtischen Zuwendungen natürlich schmerzlich seien. Aber sie will unbedingt an diesem Format festhalten. „Die LeinwandLounge ist eine Säule des Vereins. Der volle Saal beim Saisonstart ist für mich ein Indiz dafür, dass sie angenommen wird und in den ganzen Bezirk ausstrahlt.“ Es bleibe das große Ziel, mit dem Programmkino auch weiterhin im 14-Tage-Rhythmus die Liebhaber anspruchsvoller Filme in die Remise zu locken. OS
