Sarah Schöller: „Ich möchte am liebsten jeden Tag Schmuck machen“

Heimat / 18.09.2026 • 14:28 Uhr
Beim Gestalten ihrer Schmuckstücke kann Sarah Schöller ihrer Kreativität freien Lauf lassen.
Beim Gestalten ihrer Schmuckstücke kann Sarah Schöller ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Amélie Kressnig

Sarah Schöller verbindet ihre Liebe zu Tieren mit kreativem Handwerk und viel Geduld.

Nenzing Wenn Sarah Schöller von ihren Tieren erzählt, merkt man, wie viel sie ihr bedeuten. Das sind vor allem ihre Katzen Rio und Luna, aber auch Eichhörnchen und Vögel, die sie zeitweise pflegt. Seit eineinhalb Jahren ist die 35-Jährige bei der Wildtierhilfe Vorarlberg dabei. Aus dem Ehrenamt wurde ihre Leidenschaft. Mittlerweile ist sie Vereinsmitglied und arbeitet bald in der Wildtierstation Dornbirn. Daneben hat sie sich mit ihrem Hobby, dem “Memorioschmuck”, ein kreatives Standbein aufgebaut.

Eine Auswahl der von Sarah Schöller gefertigten Memorioschmuckstücke.
Eine Auswahl der von Sarah Schöller gefertigten Memorioschmuckstücke. Amélie Kressnig

Geboren wurde Sarah in Oberösterreich. Vor mehr als 18 Jahren kam sie nach Schlins. Ein Bekannter lud sie nach Vorarlberg ein. Bei einem Winterbesuch beeindruckte sie die Landschaft rund um Schnifis. „Da war voll viel Schnee“, erinnert sie sich. Die Umgebung gefiel ihr so gut, dass sie blieb. Heute lebt sie mit ihrem 13-jährigen Sohn in Schlins.

Die Tierliebe begleitet Sarah Schöller auch in ihrer Freizeit.
Die Tierliebe begleitet Sarah Schöller auch in ihrer Freizeit. Sarah Schöller

Beruflich schlug Sarah einen anderen Weg ein. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Fotokauffrau und später Bürokauffrau. Sie wollte jedoch nicht ausschließlich im Büro arbeiten. „Ich mag eigentlich irgendwas mit Tieren machen“, erzählt sie.

Als sie einmal einen verletzten Fuchs fand, nahm sie Kontakt zur Wildtierhilfe auf. Zunächst half sie beim Telefondienst, später bekam sie ihre ersten Pfleglinge. Den Anfang machten fünf junge Spatzen. Schön sei es, die Entwicklung der Tiere mitzuerleben und sie später in die Natur zurückkehren zu sehen. Einfach sei die Arbeit nicht, da manche Tiere trotz aller Bemühungen sterben. „Ich gebe einfach mein Bestes, dass die Tiere nicht sterben, groß werden und zurück in die Natur können.“

Rio und Luna, die Katzen von Sarah Schöller, beim Kuscheln.
Rio und Luna, die Katzen von Sarah Schöller, beim Kuscheln. Sarah Schöller

Ihre Tierliebe zeigt sich auch in ihrem zweiten Tätigkeitsfeld. Vor sechs Jahren begann Sarah, mit dem Kunstharz UV-Resin zu arbeiten. Als sie die gesammelten Schnurrhaare ihrer Katze nicht einfach irgendwo aufbewahren wollte, kam ihr die Idee, sie in das Harz einzuarbeiten. Aus ersten Versuchen entwickelte sich ihr Memorioschmuck. Seit eineinhalb Jahren macht sie dies intensiver und nimmt Aufträge an.

In ihre Anhänger, Ketten, Ohrringe oder Schlüsselanhänger können Tierhaare, Federn, Asche, Pfotenabdrücke oder eine erste Haarlocke eingearbeitet werden. Die Gestaltung spricht sie mit den Kunden ab. „Damit man die Erinnerung immer bei sich tragen kann“, beschreibt sie den Gedanken dahinter.

Herzen, Bäume, Sterne oder andere Formen sind möglich. Zunächst zeichnet Sarah einen Entwurf, bevor sie das Material in das Kunstharz einarbeitet und unter einer UV-Lampe aushärtet.

Diese zwei Schmuckstücke hat Sarah für sich selbst gemacht, damit sie ihre beiden Katzen immer bei sich tragen kann.
Diese zwei Schmuckstücke hat Sarah für sich selbst gemacht, damit sie ihre beiden Katzen immer bei sich tragen kann. Amélie Kressnig

Wichtig ist ihr, dass das Ergebnis ihren Vorstellungen entspricht. Sarah bezeichnet sich selbst als perfektionistisch. Ist ein Herz nicht gleichmäßig genug oder eine Form nicht so, wie sie sein soll, beginnt sie lieber noch einmal von vorne. „Ich mag es dann einfach perfekt machen“, sagt sie. Gerade bei Pferde- oder Eselhaaren sei das Formen schwierig, weil diese oft sehr steif sind.

Ein Auftrag ist ihr besonders im Gedächtnis geblieben: Für eine Familie fertigte sie vier Anhänger mit dem Pfotenabdruck eines verstorbenen Hundes an. Die Familie freute sich sehr über das Ergebnis. „Das war echt voll der liebe Auftrag“, erzählt Sarah. Auch für sich hat sie Erinnerungsstücke angefertigt, etwa mit den Haaren ihrer Katzen, ihres Sohnes und eines Eichhörnchens.

Neben der Tierpflege und dem Schmuckmachen zeichnet Sarah in ihrer Freizeit gerne mit Acrylfarben. Das kreative Arbeiten darf bei ihr nicht zu kurz kommen: „Ich möchte am liebsten jeden Tag Schmuck machen“. KRA

Bestellen kann man die Schmuckstücke auf ihrer Website www.memorio-schmuck.at.