Wein und Boden: Fakten statt Mythen

Weinfachmann Helmut Gramer bei Weinsommeliers und Weinakademikern im Hotel Montfort.
Feldkirch “Es ist eine der schwersten Thematiken im Weinbau”, merkte der steirische Weinsommelier und Weinakademiker, auf dem Weg zum “Master of Wine” befindliche Helmut Gramer vor Beginn seiner Ausführungen über “Der Wein und der Boden – Die Beeinflussung” an. In dem von der Familie Oberhöller geführten “Montfort Das Hotel” hatten sich 35 Teilnehmer zu der von viel eindrucksvoller Theorie und 15 edlen Weinen geprägten Veranstaltung eingefunden.

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Viele davon selbst Weinsommeliers und Weinakademiker, nicht zuletzt die, wie der erstmals in Vorarlberg aufgetretene Referent, bei “Wein & Co” tätige Brigitte Karu. Sie hat eine besondere Veranstaltung organisiert, der langjährige Präsident Willi Hirsch konnte sich an nichts Vergleichbares in der Geschichte des Sommeliervereins erinnern: “Es ist schwer, für dieses Thema einen Referenten zu finden.”

Das Thema “Einfluss des Bodens auf den Wein” ist laut Gramer auch deshalb schwierig, weil es wissenschaftlich noch nicht ganz erforscht ist. Zugleich gebe es dazu viele Mythen und falsche Informationen, weiterhin von Publikationen verbreitet und in Ausbildungen gelehrt. Als ein Beispiel für falsche Annahmen führte der Referent das leicht rauchige, auf Vulkanböden zurückgeführte Aroma an, das gerne einem Teil des Loiretals zugeordnet wird.
“Steine haben keinen Geruch und kein Aroma, beides kommt allenfalls von Bakterien, Hefen und kleinen moosigen Partikeln”, erklärte Gramer. Eine Erklärung für rauchige Aromen ist die geringe Nährstoffversorgung von Reben auf Vulkanböden. Wegen des infolgedessen geringeren Stickstoffgehalts tut sich die Hefe beim Gärprozess schwer, der Stress lässt Schwefelverbindungen entstehen.

Eine wichtige Rolle spielen die Mykorrhizapilze (der bekannteste von ihnen ist der Trüffel). Sie gehen eine Symbiose mit den Wurzeln der Rebstöcke ein, bekommen Kohlenhydrate/Zucker und geben dafür Wasser und Mineralstoffe. Letztere können sie durch ein Enzym aus Steinen herausziehen. Und die Rebwurzeln können nur in Wasser gelöste Mineralstoffe aufnehmen.
“Es ist eine sehr spannende, hochklassige Veranstaltung gewesen”, stellte am Ende der Weinhändler Marcel Böhler fest, der den in Italien weilenden VSOV-Präsidenten Peter Stöger vertrat. Die Weinakademiker-Region West repräsentierte deren Regionalpräsident Sebastian Spiegel. AME

















