“Strange fruits” im Kunstraum Remise

Der Verein allerArt zeigt im Kunstraum Remise Werke des Künstlers Tyrone Egbowon.
Bludenz Im Kunstraum Remise in Bludenz wurde kürzlich die Ausstellung “Strange Fruits” von Tyrone Egbowon eröffnet. Die Ausstellung des in Wien geborenen Künstlers mit kroatisch-nigerianischen Wurzeln verweist auf Erzählungen von rassistischer Gewalt und gesellschaftlicher Ausgrenzung. “In Tyrone Egbowons Arbeiten wird Geschichte nicht als abgeschlossenes Kapitel behandelt. Sie erscheint als fortwirkende Bildordnung, die sich über Jahrhunderte in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat und bis heute bestimmt, wie Schwarze Körper gesehen, dargestellt und bewertet werden”, erklärt Kuratorin Christine Lederer.
Ausgangspunkt seiner Arbeiten seien historische Bildquellen, kunstgeschichtliche Kompositionen, Fotografien, gesellschaftliche Narrative und persönliche Erfahrungen. Der Künstler übernehme diese Vorlagen nicht, um sie zu illustrieren oder originalgetreu zu rekonstruieren – vielmehr behandle er sie “als Archive: als Speicher von Blicken, Machtverhältnissen und Vorstellungen, deren Wirkung über ihren ursprünglichen historischen Zusammenhang hinausreicht”.

Sein Interesse richte sich dabei nicht allein darauf, wie Schwarze Menschen dargestellt werden, sondern auf die Prozesse, durch die Schwarze Körper überhaupt zu Bildern werden – zu Symbolen, Projektionsflächen, Waren, Objekten oder Stellvertretern historischer Erzählungen. Zwischen dem Menschen und dem Bild, welches von diesem hergestellt wird, liege “eine entscheidende Differenz, in der Individualität und Menschlichkeit verloren gehen, während stereotype Vorstellungen, Ängste und politische Interessen an ihre Stelle treten”, meint Christine Lederer.

Die Arbeiten von Tyrone Egbowon untersuchten deshalb nicht nur den sichtbaren Körper, sondern ebenso den Blick, der ihn hervorbringt. “Wer betrachtet wen? Aus welcher Position wird gesehen? Welche Bilder werden überliefert, ausgestellt und wiederholt? Und welche gesellschaftlichen und institutionellen Strukturen entscheiden darüber, wer sichtbar wird?” Und so weiter. Der Schwarze Körper erscheine in den Werken als ein umkämpfter Ort, an dem sich Projektionen, Begehren, Gewalt und historische Machtverhältnisse überlagern. Die Ausstellung dauert bis 25. Oktober. SCO










