“Störenfriede” im kukuphi

Die Bludenzer Kellergalerie eröffnete ihre neue Schau mit Werken von sieben Künstlern.
Bludenz In der Bludenzer Kellergalerie kukuphi wurde neulich der Herbst eingeläutet. Im Vorfeld der Eröffnung der Ausstellung “Störenfriede” mit Werken von Lisa Althaus, Daniel Bragagna, Markus Khüny, Cornelia Pecoraro, Thomas Anton Rauch, Leah Camilla Rusch und Peter Zwerger schrieb Galeristin Sigrid Fritsche: “Störenfriede sind nicht Feinde der Ordnung, sondern ihre Voraussetzung. Ohne Bewegung findet keine Änderung statt, ohne Veränderung keine Freiheit, ohne Freiheit keine lebendige Ordnung.”

Cornelia Pecoraro, so die Galeristin, sei bekannt für “rasante Sportbilder”. Aktuell präsentiert die Künstlerin Naturbilder. “Fast lieblich, vorsichtig in Schwarz, Weiß und Grau. Der Löwenzahn, der Käfer, einige Würmle und die Distel stören nicht; sie sind Lebewesen der Natur”, so Sigrid Fritsche. Eine Besucherin habe sich erkundigt, was “Felsen” in der Galerie zu bedeuten haben. Siegi Fritsches Antwort: “Sie sind so bedrohlich.” Die Reaktion der Besucherin: “Nein, es gibt den Störenfried Mensch.” Der kraxle auf den Felsen hinauf und störe die Ruhe der Tiere.

Als weitere Künstlerin holte Sigrid Fritsche Lisa Althaus vor den Vorhang: “Sie ist eine Meisterin in sarkastischer, ironischer und fast zynischer Bildsprache.” Lisa Althaus präsentiert fröhliche und tiefgreifende Tierbilder. “Wer stört, der Hahn oder was der Mensch daraus macht?” “Intarsien-Mäx” Markus Khüny zeigt eine Gans. “Im Garten ist sie ein Wächter, für den Nachbarn ein Störenfried”, sagte Sigrid Fritsche. “Wunderschöne Kalligrafien” hat der Südtiroler Peter Zwerger nach Bludenz mitgebracht. “Alle Bilder beinhalten Themen, die uns Menschen unterschiedlich beschäftigen, unser Leben stören oder über den Haufen werfen.” Zum Beispiel das mitreißende Bild “Schmerz”, das für das Plakat verwendet worden ist.

Thomas Anton Rauch sorgt mit zwei seiner Skulpturen für Staunen: Orgelpfeifen als Stütze für aufwendig gearbeitete Puppen; bei der einen Skulptur ist eine ganze Puppe zu sehen, bei der anderen nur der Kopf. Im “Galerie-Räumchen” stellt Leah Camilla Rusch aus. “Obwohl die Spinne sehr nützlich ist und keine wirkliche Gefahr darstellt, bekommen viele Menschen Mordgedanken, wenn sie eine sehen”, stellte die Galeristin fest. Die Spinne, für die einen ein Störenfried – für die anderen nicht.”

Konzeptkünstlerin Viktoria Matryuk inszeniert im kukuphi die Zeit als Farben- oder Gedankenraum. Ihr kleines, ausgestelltes Bild sei unvollendet – dies sei die Störung, erklärte Sigrid Fritsche. Als Bildhauer, etwa in Holz und Stein, kennen Kunstfreunde Daniel Bragagna – er präsentiert drei gemalte Bilder. Bei einem der Werke sei die Unordnung eindeutig, die beiden anderen ließen viele Gedanken zu, meinte die Galeristin. Einen literarischen Beitrag zum Thema “Störenfriede” leistete der junge Südtiroler Schriftsteller Markus Zwerger, Sohn von Peter Zwerger. Er lebt und arbeitet im Ländle. “Junge kommen viel zu wenig zu Wort”, so Sigrid Fritsche, und so habe sie ihn gebeten, ein Gedicht aus seiner Sicht zum Thema “Störenfriede” zu schreiben.

Am Freitag, dem 25. September, wird im kukuphi um 19 Uhr eine Buchpräsentation geboten. Dr. Karoline Bitschnau-Dellamaria liest aus ihrem Werk “Jeden Tag ein bisschen stärker – Dein alltagstauglicher Kompass für mehr Resilienz und Lebensfreude”. Mike Rückner wird den Abend musikalisch begleiten. Während der laufenden Ausstellung wird die Galerie jeden Donnerstag und Freitag, von 16 bis 19 Uhr, geöffnet sein. Die Finissage ist am 17. Oktober, ab 16 Uhr. SCO







