Zwischen Wehmut und Schnäppchenfieber

Beim Flohmarkt wurde fast das gesamte Inventar des Clubs “K-Shake” feilgeboten.
Röthis “Es tut schon weh”, sagt Eric Fleisch, der mit seiner Frau Stefanie zu einer Art Abschiedsbesuch zum Abverkauf des Inventars in der zuletzt als “K-Shake” bekannten, traditionsreichen Diskothek im Industriegebiet von Röthis gekommen ist. Mehr als 18 Jahre lang ist er zum Teil Gast gewesen, der mit seinen Freunden “hier herinnen Vollgas gegeben” hat. Zum anderen ist er eine Weile lang der Cheftürsteher gewesen und hat auch als solcher viele Erinnerungen. Geschichten gibt es zu viele, als dass er eine davon aus dem Stand herauspicken könnte.

Einen Volltreffer haben Lucas Kneissl, Abraham Nachbaur und Clemens Marte von der Band “Igspielt” gelandet: Sie haben eine dreiteilige Lichtanlage für kleines Geld gefunden, schon länger auf so eine Gelegenheit gewartet. Als sehr gute Kunden erwiesen sich zum einen Mitglieder der Koblacher “Neuburg Narra”, die in jungen Jahren das damals unter dem Namen “Starlight” bekannte Lokal frequentierten. Damit die Gegenstände auch gut in den Narrenwagen passen, hat einer einen Meterstab mitgebracht und überprüft mit ihm die Maße einzelner Objekte der Begierde.

Zum anderen sind Mitglieder der Feuerwehr Sulz mit ihrem Rüstfahrzeug vorgefahren und laden über die abgesenkte Bordwand etliche für Festivitäten geeignete Sachen ein. “Wir lassen den anderen auch noch etwas”, winkt einer ab, als K-Shake-Betreiber Thomas Krobath vorschlägt, noch mehr mitzunehmen. Jürgen Bischof aus Mäder hat über Facebook schon drei der mehr als ein Dutzend großformatigen Bilder des Vorarlberger Künstlers “MASU” reserviert. Sie haben ursprünglich 500 Euro pro Stück gekostet und sind jetzt um 50 Euro zu haben. Seine Frau Stefanie ist interessehalber mitgekommen und hat bei der Gelegenheit die große Discokugel erworben.

“Ma, wie frühar”, ruft Sonja Esrohr, als sie mit ihrem Mann Dabid durch die Räume schlendert. Auf einem Bartresen steht ein originalverpacktes Teil. “Bruchscht an Jägermeister-Küalschrank”, fragt ein Interessent auf dem Mobiltelefon einen Bekannten. Der hat aber keinen Bedarf. “Gestell unkaputtbar” steht auf einem Bartisch mit vertrauenserweckendem Chromstahl-Unterbau. Vor dem Haus finden sich Zelte und eine selbst auszubauende Notausgangstür. Thomas Krobath bedauert, dass die an langen Gestellen aufgehängten Kleiderbügel für 1500 Jacken kein Interesse finden. AME





























