Einfach machen: leicht gesagt und leicht getan.

In Sulz erfuhren Interessierte, wie Dämmen von Heizungsrohren und Dachboden Energie spart.
sulz Im Rahmen des EU-Projektes “Einfach machen” hatte das Energie-Institut kürzlich in den Kubus Kindercampus in Sulz eingeladen. Bürgermeister Michael Schnetzer betonte einleitend, dass das Energie-Institut für seine E5-zertifizierte Gemeinde ein wichtiger Partner sei.

Zum Klimaschutz trägt die Reduktion des Energieverbrauchs wesentlich bei. Es ist ein übergreifendes Thema und daher arbeiten verschiedene Regionen im bundesweiten Programm für Klima-Energie-Modellregionen (KEM) zusammen. Zukunftsorientierte Klimaschutzmaßnahmen sollen den Gemeinden einen konkreten Nutzen verschaffen. Die Regio Vorderland-Feldkirch wird bis Ende 2027 Verschiedenes umsetzen. Dazu gehört auch der Wissenstransfer in der Region, wie an diesem Abend.

Die Referentin, Verena Engstler, ist mit 30 Jahren schon eine versierte Botschafterin für Klimaschutz. Sie hat an der FH Dornbirn Energietechnik und Wirtschaft studiert. Den Bezug zum Energie-Institut bekam sie 2018 über ihre Bachelorarbeit. Den Zuhörern erklärte sie zunächst das Einsparpotenzial durch Dämmen von Heizungsrohren und Dachboden, das bei rund zehn bis 20 Prozent des Gesamtverbrauchs liege. Durch Dämmen der Heizungsrohre ist eine Einsparung bis zu 2000 Kilowatt pro Jahr möglich. Die Amortisation liege bei ein bis vier Jahren. “Finanziell gibt es keinen Grund, das nicht zu machen”, so ihr Credo. Das betrifft auch das Dämmen des Dachbodens, bei dem bis zu 6000 Kilowatt eingespart werden können. Diese Investition rechnet sich in drei bis dreizehn Jahren. Ein besonderer Vorteil der Dämmung des Dachbodens bestehe im zusätzlichen Hitzeschutz. Dafür gibt es spezielle Holzfaserplatten. Beim Kauf sollte auf diffusionsoffene Produkte geachtet werden. Entscheidet man sich für günstigeres Styropor, wird eine Dampfsperre notwendig, um Kondensationsprobleme zu vermeiden.

Danach vermittelte sie praktische Tipps zur Durchführung. “Jede Person kann das selbst machen”, ist sie überzeugt. Eine gute Entscheidungshilfe bieten Energieberater. Deren Beratung ist kostenlos! Zudem gibt es im Internet hilfreiche Videos. Verena Engstler ist überzeugt, dass “das Ausmisten des Dachbodens die meiste Arbeit macht”.

Ihren Vortrag beendete sie mit dem Hinweis: “Ein guter Tag hat 100 Punkte. Wenn jeder dies einhält, ist das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen”. 100 Punkte entsprechen 5,3 kg CO2 pro Kopf und Tag. Im Internet gibt es unter eingutertag.org weitere Informationen.
Jürgen Ulmer, Manager der Klima-Energie-Modellregion Vorderland Feldkirch, war an diesem Abend als weiterer Experte unterstützend anwesend und ist überzeugt: “Was beim Klimaschutz vergeigt wird, muss später in Klimawandelanpassungen investiert werden”.

Auch Jochen Seidl stand für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Als Ausschussleiter des E5-Teams der Gemeinde Sulz und europäischer Energie- und Effizienzmanager (EUREM) hat er zusammen mit Antje Wagner vom Energie-Institut diesen Abend initiiert und organisiert.

Die Fragen der Teilnehmer betrafen unter anderem Fördermaßnahmen und PV-Anlagen. So gab Georg Partl den Hinweis, dass er durch die PV-Anlage sogar einen Kühleffekt im Dachgeschoss erreichen konnte. Beatrix Meier will ihre Heizungsrohre selbst dämmen und nahm wichtige Tipps mit.
Andrea und Elmar König aus Lustenau haben nächste Woche einen Termin beim Energieberater und gehen nun gut informiert ins Gespräch. Bis die Maßnahmen, die in ihrem Altbau mehr Kühlung bringen sollen, umgesetzt sind, verbringen sie viel Zeit in ihrem Garten. GIS