Serie: Moderner Kirchenbau im Klostertal

Heimat / 12.10.2026 • 08:29 Uhr

1. Teil: Theresienkirche in Langen am Arlberg

Plan der Kirche von Hans Feßler
Plan der Kirche von Hans Feßler Museumsverein Klostertal

Vorstellung der Kirchenbauten anlässlich der Ausstellung im Klostertal Museum.

Klösterle Der Ortsteil Langen am Arlberg erfuhr durch den Bau der Arlbergbahn von 1880 bis 1884 eine massive Aufwertung. Aus einer Ansammlung weniger Häusern entstand ein Dorf, in dem hauptsächlich Eisenbahnerfamilien lebten. Der Weg zur Schule und zur Kirche in Klösterle war vor allem im Winter gefährlich. Deshalb entstand bereits um 1895 die Idee, eine Schule in Langen zu errichten. Als im Juli 1921 der aus Nüziders stammende Adolf Zech seinen Dienst als Pfarrer in Klösterle antrat, legte ihm Weihbischof Sigismund Waitz seinen dringenden Wunsch nach der Schaffung einer Expositur in Langen am Arlberg ans Herz. Dem Apostolischen Administratur für Tirol und Vorarlberg lag die „Eisenbahnerseelsorge“ besonders am Herzen. Auf Betreiben des Weihbischofs wurde 1928 ein Kirchen- und Schulbauverein für Langen gegründet, dem der damalige Caritasdirektor Josef Gorbach vorstand. Pfarrer Zech setzte sich in der Gemeinde Klösterle und bei der Bevölkerung von Langen für das Projekt ein. Bei den Planungen bereitet das Gelände einige Schwierigkeiten. Interessant ist die in den Quellen aufgeworfene Frage, ob ein Zweck- oder Kunstbau anzustreben sei. Schließlich wurde ein Entwurf des Architekten Hans Feßler umgesetzt, der als sehr gelungen gilt. Die Weihe der Kirche erfolgte am Pfingstmontag 1930 durch Weihbischof Waitz. Als Patronin war die 1925 heiliggesprochene französische Karmelitin Theresia von Lisieux (bekannt als „Theresia vom Kinde Jesu“) auserkoren worden.

Postkarte des Kircheninneren
Postkarte des Kircheninneren Museumsverein Klostertal

Architek Hans Feßler

Der 1896 in Dornbirn geborene Hans Feßler verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. 1918 begann er sein Architekturstudium in Graz, das er später in Karlsruhe und München abschloss. 1922 begann er seine berufliche Tätigkeit im Büro von Clemens Holzmeister in Innsbruck. Seit 1923 war Feßler mit Hilde Zumtobel verheiratet. Sein Schwiegervater Otto Zumtobel war geschäftlich in Langen am Arlberg involviert, als Hauptaktionär des dortigen Geschäfts. Hans Feßler fand in den Orten rund um den Arlberg um 1930 ein weites Betätigungsfeld für touristische Neu- und Umbauten. Neben der Kirche von Langen plante er auch die in den Jahren 1935/36 errichtete Christ-König-Kirche in Zürs. Feßler verstarb 1973 in Innsbruck. CTH

Die aktuelle Ausstlellung “Kirchen- und Pfarrergeschichten im Klostertal” läuft noch bis Ende Oktober. Klostertal Museum, Haus Nr. 60a. 6752 Wald am Arlberg. Infos gibt es unter 0664 4911 474

Langen am Arlberg mit Schule und Kirche
Langen am Arlberg mit Schulhaus und Kirche Museumsverein Klostertal