Das “alte” Steinkreuz vom Bartholomäberg

Schützens- und erhaltenswert ist Bartholomäbergs Steinkreuz, ein besonderes Kulturdenkmal.
Bartholomäberg Gerade einmal 40 Zentimeter misst das “alte” Kreuz unterhalb der Pfarrkirche Bartholomäberg. Es befindet sich an dem schmalen Pfad, der von der Platta kommend zum barocken Sakralbauwerk führt, informieren die Goethe-Universität in Frankfurt am Main, die Gemeinde Bartholomäberg und der Stand Montafon zum Thema “Frühe Besiedlungsgeschichte und Bergbau”.
Wie alt das Kreuz ist, sei heute genauso wenig bekannt wie der Grund, warum es aufgestellt wurde. Jedoch ranke sich – wie bei vielen dieser Stein- oder Sühnekreuze – darum eine Sage. Das Steinkreuz stehe an der Trasse des Bergknappenweges, der historisch überliefert ist. Wer vom Tal kam – dazu zählten auch die Bergleute – musste am Kreuz vorbeigehen.

Stein- oder Sühnekreuze beziehungsweise Gedenkkreuze zählten zu den ältesten Flurdenkmälern. Aufgestellt habe man sie vor allem in der Zeit zwischen dem Jahr 1300 und dem 17. Jahrhundert. Bis in die Gegenwart seien sie wichtige Zeugen eines mittelalterlichen Rechtsbrauches und einer darin begründeten Erinnerungsgeschichte.

Gemeinde Bartholomäberg
Deren geistesgeschichtlicher Hintergrund habe in den katholischen Kulturräumen gelegen. Wer das Kreuz passiert, solle in sich gehen und für den Verstorbenen beten. Nahezu 500 Jahre seien vergangen, seitdem dieser Brauch in evangelischen Gegenden verloren ging. Nur von wenigen Steinkreuzen sei der ursprüngliche Anlass zu deren Aufstellung anhand von Urkunden bekannt.

Es werde allerdings vermutet, dass die meisten Steinkreuze im Zusammenhang mit Totschlagsdelikten stehen. Dem Wunsch der Hinterbliebenen entsprechend sei am Tatort oder in dessen Nähe ein solches Stein- oder Sühnekreuz aufgestellt worden. Die Kosten dafür habe der Täter zu tragen gehabt. Worin die Aufstellung des Bartholomäberger Steinkreuzes begründet liegt, wisse man nicht; die Sage verbinde es mit dem Bergbau und den Bergknappen. Analog zu vielen anderen Stein- und Sühnekreuzen sei von einem Totschlagsdelikt auszugehen. Entsprechend dem Alter der Vorgängerbauten der Pfarrkirche – diese liegen mindestens im Hochmittelalter um das Jahr 1100 – bestehe laut Goethe-Universität Frankfurt durchaus ein Datierungsansatz im Mittelalter. Heute dürfe das Steinkreuz als besonderes Kulturdenkmal bezeichnet werden.

Die Sage vom Bergknappen
Ein Bergknappe habe einem Mädchen die Heirat versprochen. Doch später sei er ihr untreu geworden und habe sein Versprechen gebrochen. Alsbald habe ihn das Mädchen damit konfrontiert. Der Knappe habe alles abgestritten und gemeint: “Wenn ich die andere heirate, soll mich der Teufel holen!” Einige Wochen vergingen – da führte er die andere Frau zum Altar. Als der Knappe vor dem Hochaltar kniete und die Trauung beginnen sollte, sei er plötzlich zur Kirche hinausgestürzt und über die hohe Friedhofsmauer gesprungen. Der dem Knappen nachgelaufene Mesner habe noch gesehen, wie der Bursche vom Erdboden verschlungen wurde. Dort, wo jetzt das Steinkreuz steht, habe ihn der Teufel hinuntergezogen (nach Edith Scheibenstock, im Jahr 1982). SCO











