Wenn einer dauernd nervt

20.04.2017 • 13:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Aktuell. In einer Wohnanlage kann ein Störenfried laufend für Unfrieden sorgen. Miteigentümer können sich aber zur Wehr setzen.

„Eine Eigentümergemeinschaft ist ein Zusammenschluss von Eigentümern zur wirtschaftlichen Betreibung eines Gebäudes. Eine Gemeinschaft bedeutet auch, dass es nur funktionieren kann, wenn alle Mitglieder zusammenarbeiten.“ Das erläutert Geschäftsführer Harry Preisl von Cura Immobilien, Dornbirn. Der erfahrene Hausverwalter macht aber auch andere Erfahrungen, denn: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ (F. Schiller, Wilhelm Tell)

Wohnungseigentumsgesetz

Manche Leute sind kaum fähig, sich in einer Gemeinschaft einzugliedern und verleiden so den Nachbarn das Zusammenleben. Harry Preisl: „Manche schrecken selbst vor Bösartigkeiten, polizeilichen Anzeigen und Rufmord nicht zurück.“ Das Wohnungseigentumsgesetz sieht vor, dass die Mehrheit der Eigentümer unter bestimmten Voraussetzungen solche Störenfriede auf Ausschluss aus der Eigentümergemeinschaft klagen kann.Wenn etwa der Eigentümer seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt, können die Forderungen im Grundbuch eintragen werden bzw. bei hohen Beträgen (z. B. im Zuge einer größeren Sanierung) wird die Wohnung versteigert – was einem Ausschluss gleich kommt. WEG § 35 (1) Abs. 3: „Ein Wohnungseigentümer ist auf Klage der Mehrheit der übrigen Wohnungseigentümer aus der Gemeinschaft auszuschließen, wenn er durch sein rücksichtsloses, anstößiges und sonst grob ungehöriges Verhalten den Mitbewohnern das Zusammenwohnen verleidet …“ In solchen Fällen ist es wichtig, die Vorgänge detailliert zu dokumentieren. Je mehr Eigentümer aussagekräftige Beweise sammeln, desto größer ist die Chance, einen lästigen Störenfried schlussendlich loszuwerden.

Unangenehme Vorfälle in der Wohnanlage sollten genau dokumentiert werden. Harry Preisl, Cura Immobilien

Gemeinschaft. Wohneigentum setzt voraus, mit den Miteigentümern eine respektvolle Form der Gemeinschaft zu leben. Fotos: A. Kopf, Shutterstock

Gemeinschaft. Wohneigentum setzt voraus, mit den Miteigentümern eine respektvolle Form der Gemeinschaft zu leben. Fotos: A. Kopf, Shutterstock

In einer Wohnanlage lebt niemand ganz für sich allein.
In einer Wohnanlage lebt niemand ganz für sich allein.
Die Mehrheit der Eigentümer kann Störenfriede auf Ausschluss aus der Eigentümergemeinschaft klagen.
Die Mehrheit der Eigentümer kann Störenfriede auf Ausschluss aus der Eigentümergemeinschaft klagen.

In „Immobilien aktuell“
geben die VN in Zusammen-arbeit mit der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Tipps für den Immobilienbereich.