Schutz gegen Rückstau

02.05.2019 • 12:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Extremwasserfälle treiben Hausbesitzern die Schweißperlen auf die Stirn. foto: Shutterstock
Extremwasserfälle treiben Hausbesitzern die Schweißperlen auf die Stirn. foto: Shutterstock

Bei einem Starkregenereignis kann es zu einem Rückstau aus dem Straßenkanal
und zu einem massiven Austritt von Abwasser in das Gebäude kommen.

vorkehrung Unter Rückstau versteht man den Anstieg des Wasserspiegels im öffentlichen Kanal bis zur Rückstauebene. Das öffentliche Kanalnetz ist entsprechend den Regeln der Technik leistungsfähig ausgebaut. Bei Starkregen steigt der Wasserspiegel kurzzeitig an. Im Extremfall kann Abwasser aus den Schächten austreten. Alle Gebäudeteile unterhalb der Rückstauebene müssen daher gegen Rückstau gesichert werden. Dazu stehen grundsätzlich zwei technische Systeme zur Verfügung: Der Rückstauverschluss und die Hebeanlage. Die Voraussetzung für den Einsatz von Rückstauverschlüssen ist ein freies Gefälle zum Kanal, das eine Schwerkraftentwässerung ermöglicht.

Hebeanlage

Mit einer Hebeanlage wird Schmutz- und Regenwasser, das in tiefer gelegenen Räumen unterhalb der Rückstauebene anfällt, automatisch über eine Leitungsschleife, die höher als die Rückstauebene liegt, in den Kanal gepumpt. Dadurch wird sichergestellt, dass das Abwasser nicht in die betroffenen Räume zurückfließt. Eine Hebeanlage besteht generell aus einer Pumpe und einem Sammelbehälter, der einen Teil des Schmutz-
wassers zwischenspeichert. Ist der Speicher voll, wird das Abwasser automatisch in den Kanal „gehoben“. Um Geruchsprobleme zu vermeiden, erfordern Hebeanlagen möglichst hoch gelegene Entlüftungen, die am besten über das Dach erfolgen.

Sicherung einzelner Ablaufstellen

Müssen nur einzelne Ablaufstellen wie Waschmaschinen-
anschlüsse, Spülen, Waschbecken, Bodenabläufe im Keller gesichert werden, kann dies auch durch Einzelsicherungen erfolgen, etwa durch Siphone mit Rückstauverschluss. Neben dem Einbau solcher Sicherungs-
systeme besteht auch die Möglichkeit, auf Entwässerungseinrichtungen (zum Beispiel Toiletten, Waschtische, Ausgussbecken) unterhalb der Rückstauebene ganz zu verzichten. Unter Umständen zeigt eine Prüfung der Notwendigkeit von Sanitär-einrichtungen im Keller, dass viele Abläufe im Keller selten bis gar nicht benutzt werden und eventuell überflüssig sind. Ist es möglich, beispielsweise nicht benötigte Toiletten oder Boden-
abläufe im Keller abzudichten oder zu entfernen, und so alle Nahtstellen zum Kanal zu schließen, ist dies eine sichere und meist kostengünstige Möglichkeit, das Rückstauproblem zu lösen. Mehr in der Broschüre „Oberflächen-
abfluss“ des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus.