Was zum Blitzschutz zählt

Immo / 27.06.2019 • 14:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Blitzschutzanlagen sollten regelmäßig überprüft werden.foto: shutterstock
Blitzschutzanlagen sollten regelmäßig überprüft werden.foto: shutterstock

Blitzschutzanlagen leiten Blitze in die Erde ab
und schützen Gebäude und Bewohner.

Sicherheit In Österreich sind Blitzableiter in Gebäuden gesetzlich vorgeschrieben – und das ist gut so: Die Zahl von Blitzeinschlägen und Schäden ist steigend. Auch wenn die meisten Häuser bereits über Blitzschutzanlagen verfügen, empfiehlt sich eine Nachschau. Die Anlagen sollten in regelmäßigen Zeitabständen überprüft werden. Allein die Anzahl an elektronischen Geräten in modernen Gebäuden ist in den vergangenen Jahren ebenfalls stark gestiegen. Diese Geräte müssen vor der gefährlichen Überspannung geschützt werden. Bis zu 200.000 Volt elektrische Spannung produziert die Natur mit ihren grellen Blitzen. Elektrische Leitungen, die nicht für eine so hohe Spannung ausgelegt sind, werden durchgeschmort. Es handelt es schließlich um das knapp 1000-Fache der üblichen 230 Volt. Selbst wenn ein Blitz nicht direkt, sondern in einen entfernten Leitungsmast einschlägt, kann es zur Überspannung kommen. Daneben besteht erhebliche Brandgefahr, da die Hitzeeinwirkung der elektrischen Entladung zu Bränden führen kann.

Komplettsystem

Reichte früher die Metallleitung in den Erdboden, sollte heute ein Komplettsystem das Haus schützen. Ein Blitzschutzsystem LPS (Lightning Protection System) für bauliche Anlagen besteht aus mehreren Komponenten. Dabei wird zwischen einem äußeren und einem inneren Blitzschutz unterschieden. Der klassische Blitzableiter, eine Fangeinrichtung, die aus Drähten oder Seilen aus Kupfer, Aluminiumlegierungen oder verzinktem Stahl besteht, sowie eine Ableitungsanlage zählen zum äußeren Blitzschutz. Schlägt ein Blitz ein und wird von der Fangeinrichtung „eingefangen“, fließt der Strom anschließend weiter in die Ableitungsanlage. Die Erdungsanlage leitet den Strom gefahrlos in den Erdboden.

Überspannungsschutz

Zusätzlich zum äußeren gibt es den inneren Blitzschutz. Er wird für gewöhnlich vom Überspannungsschutz übernommen, der in der Hauselektronik eingebaut wird. Dieser schützt die Elektronik davor, bei Überspannung kaputt zu gehen, egal ob sie durch einen direkten oder indirekten Blitzschlag verursacht wird. Ein indirekter Blitzschlag, der lediglich Telefon- und andere Stromleitungen trifft, kann das Stromsystem des Hauses ebenso schädigen. Sogenannte Überspannungsschutzgeräte (SPD, von surge protective devices) in verschiedenen Ausführungen stellen sicher, dass man keinen Blitzeinschlag fürchten muss.