Weniger mähen lassen

Immo / 04.07.2019 • 08:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mähroboter entziehen vielen Tieren in unserem Ökosystem die Lebensgrundlage oder töten sie sogar.foto: shutterstock
Mähroboter entziehen vielen Tieren in unserem Ökosystem die Lebensgrundlage oder töten sie sogar.foto: shutterstock

Für den Gartenbesitzer sindMähroboter eine durchaus praktische Anschaffung,
für die Tierwelt stellen sie aber vielfach eine Gefahr dar.

natur Die Umweltberatung Österreich greift ein Thema auf, das derzeit im Web viel diskutiert wird: Wer einen Mähroboter – vielfach via Programmierung in der Dämmerung oder gar Nachts laufen lässt – riskiert den Tod von Igeln und anderen Kleintieren. Die Bedienungsanleitungen der Geräte besagen, dass Roboter nicht unbeaufsichtigt fahren dürfen. Der Grund liegt auf der Hand: Es herrscht eine mögliche Verletzungsgefahr für Kinder – aber auch eine Todesgefahr für Haustiere. Hunde- und Katzenpfoten sind ebenso in Gefahr wie Kaninchen und Co. Je nachdem wie gut die Sensoren eines Rasenroboters sind, überfährt er kleinere Dinge sowie Lebewesen wie Insekten, Kröten, Frösche und Spinnen und macht ihnen den Garaus. Naturschutzorganisationen berichten von teils überrollten, verstümmelten und getöteten Igeln, Spinnen, Eidechsen oder Grashüpfern.

Gefahr für Extremitäten

Der österreichische Konsument und die deutsche Stiftung Warentest prüften schon im Vorjahr Mähroboter und wiesen nach, dass bei vielen Modellen Sicherheitsmängel zu beanstanden sind. So werden von vor Mährobotern ausgestreckte Hände nicht als Hindernis erkannt und einfach darüberhinwegmäht. Aus diesem Grund fielen zwei Modelle beim Test auch komplett durch. Aber auch wenn der Roboter in Ordnung ist: Die Umweltberatung appelliert an Gartenbesitzer mehr Mut zur Wiese und Wildnis zu haben und den Roboter öfter in seiner Garage zu lassen. Bei heißem Wetter ist ein permanent kurzgeschnittener Rasen ohnedies dem Versengen ausgeliefert. Das laufende Mähen entzieht sowohl Igeln, Bienen wie weiteren Insekten die Nahrungsgrundlage. Igel müssen daher noch weiter laufen, um Nahrung zu finden.

Eine andere Alternative zum Rasen ist ein Blumenrasen mit niedrigwüchsigen Kräutern wie Gänseblümchen, Schafgarbe, Brunelle, Fadenklee, Wegerich, Ehrenpreis und kriechendem Fingerkraut. Je nach Wetter und Region muss der Blumenrasen nur fünf- bis siebenmal pro Jahr gemäht werden. Die Schnitthöhe berträgt 10 bis 15 Zentimeter.

Mut zur Blumenwiese

Wer Blüten stehen lässt und nur Fußwege im Garten häufiger mäht, schafft Rückzugsräume sowie Nahrungsangebote für Schmetterlinge, Blindschleichen, Wildbienen etc. Damit leisten Gartenbesitzer einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und zur Artenvielfalt. Auch wer flache Gefäße mit Wasser aufstellt, hilft den Igeln, die in den vergangenen heißen Tagen auf Wassersuche waren. Manche der kleinen possierlichen Insektenfresser fanden dabei leider den Tod in Swimmingpools. Auch hier sollte man an die nächtlichen Gartenbesucher denken.

Weitere Informationen auf

www.umweltberatung.at