Mit 19 Staatsmeisterin: Lia Hartl aus Rankweil erobert die Slam-Bühnen

Köpfe von morgen 2026: Poetry-Slammerin Lia Hartl (19) aus Rankweil verbindet sprachliche Präzision mit gesellschaftlicher Analyse.
Rankweil Für Lia Hartl ist Sprache kein dekoratives Mittel, sondern ein Werkzeug zur Strukturierung und Befragung der Wirklichkeit. Die 19-jährige Rankweilerin absolvierte die Matura am Musikgymnasium Feldkirch, studierte im Pre-College der Klasse von Anna Adamik an der Stella Vorarlberg und lebt seit Herbst in Wien. Parallel dazu verfolgt sie ihre Karriere als eigenständige Stimme der österreichischen Poetry-Slam-Szene.

Erste öffentliche Aufmerksamkeit erhielt sie im Jahr 2020 mit einem Auftritt in Feldkirch beim U20 MicDrop Poetry Slam, bevor sie den U20-Slam im Theater am Saumarkt gewann. Seither ist sie regelmäßig auf Slam-Bühnen präsent. Ihre Texte beziehen sich auf Alltagsbeobachtungen, persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Fragen und bewegen sich dabei zwischen Ernst und Leichtigkeit. Begriffe wie Klimawandel, Liebe oder Freundschaft erscheinen darin nicht als Schlagworte, sondern werden sprachlich verdichtet: in Reimen, Wortspielen und zugänglichen Bildern, die an Klarheit nichts einbüßen.

Einen vorläufigen Höhepunkt markierte der Gewinn der österreichischen Staatsmeisterschaften im Poetry Slam. Mit einem kritischen Text über das Bildungssystem forderte sie ein Denken jenseits vorgegebener Muster. Wenn sie etwa auf Kant verweist und dessen Rassismus thematisiert oder die soziale Schieflage von Bildungschancen benennt, verbindet sie gesellschaftliche Relevanz mit sprachlicher Präzision. Die Teilnahme an den Europameisterschaften 2026 in Graz, jener Stadt, in der sie 2024 bereits den U20-Titel gewann, ist ihr damit sicher.
