“Man muss den Gast wieder glücklich machen” – Vorarlbergs Tourismusnachwuchs überzeugt bei den JuniorSkills

Drei Tage Höchstleistung, Konzentration und perfektes Timing: Bei den österreichischen Tourismus-Staatsmeisterschaften mischen Vorarlbergerinnen ganz vorne mit.
Darum geht’s:
- Vorarlberger Tourismusnachwuchs begeistert bei den JuniorSkills Austria.
- Drei Medaillengewinnerinnen im Visier.
- Die Begeisterung für den Beruf ist überraschend groß.
Bludenz, Schruns Die österreichische Gastronomie ist weit über die Grenzen hinaus bekannt und das hat auch einen Grund. Denn nicht nur die hervorragende Küche überzeugt, sondern vor allem das Personal aus dem Ländle, welches mit Gold, Silber und Spitzenleistungen beeindruckt. Beim Lokalaugenschein wird eines schnell klar: Die Begeisterung für die Gastronomie ist größer denn je.

Wenn Iris Lechthaler über ihren Beruf spricht, merkt man sofort, dass sie ihren Platz gefunden hat. Die 18-Jährige arbeitet im Hotel “Die Montafonerin” und wurde bei den JuniorSkills Austria im Bereich Hotel Reception mit Gold ausgezeichnet. Bereits bei den Landesmeisterschaften hatte sie Silber geholt – nun folgte der große Schritt auf Bundesebene.
Das schönste Kompliment
“Ich mag es, die Gäste zu bedienen, sie zu erfreuen und ihnen einen guten Start in den Urlaub zu geben”, erzählt die junge Montafonerin. Besonders die Arbeit an der Rezeption habe es ihr angetan. Check-in, Check-out, Gäste begrüßen, verabschieden, organisieren – genau dort sei ihr Platz. “Wenn Gäste sagen, dass sie sich richtig wohlgefühlt haben, dann ist es das schönste Kompliment.”
Doch der Beruf fordert auch viel Fingerspitzengefühl. Freundlichkeit allein reiche nicht aus, sagt Lechthaler. “Man muss professionell bleiben, auch wenn ein Gast reklamiert.”
Die Vorarlbergerin besucht die Landesberufsschule Lochau und schätzt vor allem die Kombination aus Praxis und Schule. Ihr Ziel ist klar: Erfahrungen im Ausland sammeln – vielleicht in Südtirol oder der Schweiz. “Das Gute an der Gastronomie ist, dass ich überall arbeiten kann.”

Auch Lena Sandra Willi Tschauer weiß, warum sie sich für die Branche entschieden hat. Die 18-Jährige arbeitet im Posthotel Taube in Schruns, besucht die GASCHT in Bludenz und gewann bei den JuniorSkills Silber im Bereich Restaurant Service.
“Es ist die Vielfältigkeit. Kein Tag ist gleich und man hat ständig mit neuen Menschen zu tun”, sagt sie. Besonders die Ausbildung an der GASCHT habe ihr geholfen, die unterschiedlichen Bereiche der Hotellerie zu verstehen. Küche, Service, Rezeption – genau dieser Gesamtblick schaffe später auch mehr Verständnis im Team.
Die Abwechslung macht den Beruf spannend
Für die JuniorSkills bereitete sie sich monatelang intensiv vor. “Du musst von Anfang an motiviert sein und auf den Punkt genau abliefern.” Beim Wettbewerb wechselten die Aufgaben im Minutentakt: flambieren, Cocktails mixen, Wein erklären oder Gästegespräche führen. “Du musst immer wissen, wovon du redest.” Trotz aller Professionalität sei die Freude am Beruf das Wichtigste.
Noch höher hinaus möchte Viola Weit. Die 19-Jährige arbeitet im Löwen Hotel Montafon in Schruns, besucht ebenfalls die GASCHT und holte Gold im Bereich Cook. Zusätzlich erreichte sie den dritten Platz bei den österreichischen Staatsmeisterschaften der Köche.

“Mich begeistert, dass ich jeden Tag kreativ sein kann”, erzählt sie. In der Küche gebe es keine Routine, sondern ständig neue Herausforderungen. Besonders gerne arbeite sie mit Fleisch und Fisch – obwohl sie privat selbst kaum davon esse, wie sie schmunzelnd zugibt.
Spitzengastronomie als Ziel
Dass sie einmal in der Spitzengastronomie mitmischen möchte, daraus macht die junge Köchin kein Geheimnis. “Da gibt es bei mir keine Grenzen”, sagt Weit. Langfristig wolle sie in die Welt hinaus, Erfahrungen sammeln und vielleicht irgendwann selbst etwas aufbauen.
Die diesjährigen JuniorSkills Austria fanden von 28. bis 30. April in Landeck statt. “Einmal mehr haben wir bewiesen, dass wir im Westen zu den Besten gehören”, betonte Heike Ladurner-Strolz, Fachgruppenobfrau Hotellerie.