Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Die alte Messe neu erfunden

Kultur / 11.07.2014 • 20:54 Uhr

Vor drei, vier Jahren dachte man sich, nun wäre es an der Zeit, die Art Bodensee langsam und ohne großes Aufsehen einschlafen zu lassen. Es gab kaum mehr interessante Galerien, die ausstellten, es gab kaum mehr interessante Kunstwerke, derentwegen man doch den Weg zur Messe unternommen hatte, schon gar nichts Neues konnte man mehr sehen oder erfahren. Die Art Bodensee war schlicht und einfach langweilig und uninteressant, damit auch überflüssig geworden. Dann aber hat man sich doch entschlossen, der damals neu zur Messe gekommenen jungen Kuratorin Isabella Marte noch einen zeitlichen Spielraum einzuräumen. Wenn man die seit gestern laufende 14. Art Bodensee besucht, dann weiß man, dass die Messeleitung mit dieser Entscheidung gut beraten war.

Es ist auffallend, es ist auch erfreulich, wie sehr sich die Messe in so kurzer Zeit verbessern konnte, wie sie eine qualitätsvolle Stufe erreichen konnte. Da steckt, das weiß man, viel Überzeugungskraft und Arbeit für die Verantwortliche dahinter. Es ist Isabella Marte gelungen, neue, am Markt bekannte Galerien, damit neue Künstler nach Dornbirn zu holen. So macht es wieder Spaß, durch die Messe zu gehen, viel Neues zu sehen, auch neuen Optimismus bei den Galeristen zu finden. Denn da entscheidet sich natürlich die Zukunft: Die Art Bodensee ist keine Ausstellung, sondern eine wirtschaftliche Messe, was bedeutet, dass der Erfolg wesentlich am Verkauf gemessen wird. Voraussetzung für gute Verkäufe sind aber besondere Angebote. Die kann man auf der neuen Art Bodensee finden. Ziemlich zahlreich sogar.

Allein die neue Quantität – Verdoppelung der Galerien in drei Jahren – überzeugt, auch die Internationalität der Galerien, nicht zuletzt auch die vielen neuen Künstler, die man finden kann. Spannend auch die „featured artist“, die in Wien wohnhafte Vorarlbergerin Cäcilia Falk (ausgewählt von Harald Gfader), originell der „Skulpturenplatz“ und nicht zuletzt die Sonderausstellung des Museums Biedermann aus Donaueschingen. Einfach gesagt: Die Art Bodensee ist nun wieder so weit, dass sie diesen Namen verdient, sie ist auch so weit, dass sie wieder viele Besucher verdient. Und nicht zuletzt: Sie ist wieder ein interessanter Platz für Käufer geworden. Mehr war in dieser kurzen Zeit seit dem Niedergang nicht zu erreichen.

walter.fink@vorarlbergernachrichten.at
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