Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Die Landesgalerie bleibt ein Thema

02.05.2019 • 04:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Arbeiten von Rudolf Wacker im Rohnerhaus in Lauterach, Werke von Alexandra Wacker im Palais Thurn und Taxis in Bregenz, Angelika Kauffmann im Vorarlberg Museum, Thomas Schütte im Kunsthaus, Sylvie Fleury im Kunstraum und noch einiges Weiteres: Der Kunstsommer kann kommen. Alexandra Wacker hat sich mit der Qualität ihrer Arbeiten längst positioniert, nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die aus Bregenz stammende Künstlerin, deren Arbeiten hierzulande endlich in einer großen Ausstellung zu sehen sind, eine Enkelin des wichtigen Österreichers Rudolf Wacker (1893-1939) ist.

Mittlerweile wissen wir, dass die bildende Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart im Vorarlberg Museum nicht den gebührenden Platz hat.

Am Ende des Festspielsommers werden die Bürgersteige wieder hochgeklappt, heißt es gerne in Salzburg. In Vorarlberg, mit seinen Festspielen, die Sommer für Sommer mittlerweile in etwa gleich viel oder auch mehr Publikum anziehen, ist das zwar nicht der Fall, hier hapert es allerdings an der grundsätzlichen Präsenz der Kunst.
Dass in Vorarlberg ansässige Künstler Vernetzung und Austausch betrieben haben und brauchten, zeigt sich gut am Fall von Rudolf Wacker. Beides funktioniert noch besser, wenn es in Vorarlberg Kunstorte gibt, an denen die Bewohner und Besucher laufend umfassende Auseinandersetzung und Information finden. Kurz gesagt: Es braucht eine gut geführte Landesgalerie. In den 1990er-Jahren war sie ein Thema. Was man schuf, war ein Kunsthaus. Das war damals die richtige Entscheidung, die Landesgalerie deswegen aber auf die ganz lange Bank zu schieben oder gar ad acta zu legen, hat sich schlicht und einfach als falsch erwiesen. Hoffnung keimte mit dem Umbau des Vorarlberg Museums auf. Mittlerweile wissen wir aber, dass die bildende Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart auch dort, wo vieles gut thematisiert wird, nicht den ihr gebührenden Platz hat.

Dankbarkeit für dieses Handeln

Beim Gang durch die Ausstellungen im privat geführten Rohnerhaus in Lauterach, wo Alwin Rohner jene Werke von Vorarlberger Künstlern und gegebenenfalls ihrer Freunde und Zeitgenossen präsentiert, die er über die Jahre als Kunstfreund gesammelt hat, erfasst den Betrachter Dankbarkeit für dieses Handeln und die Erkenntnis, dass eine Landesgalerie – wie immer man die Einrichtung für die regionale Kunst dann auch nennt – errichtet gehört.