Bei der Emsiana können neue Plätze entdeckt werden

09.05.2019 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die alten Mauern der Villa Rosenthal und ihre Einrichtungsgegenstände haben spannende Geschichten zu erzählen. Kulturkreis Hohenems

Die Emsiana beleuchtet die Beziehung zwischen Hohenems und Italien und macht alte Gemäuer für die Öffentlichkeit zugänglich.

Tanja Schwendinger

Hohenems Das 11. Kulturfest Emsiana, das heute eröffnet wird, beschäftigt sich mit italienischen Verhältnissen und lädt die Besucher ein, in die Geschichte und Gegenwart der Stadt Hohenems und ihre Beziehung zu Italien einzutauchen. Der Bezug der Stadt Hohenems zu Italien ist vielseitig, wie Emsiana-Organisator Markus Schadenbauer-Lacha gegenüber den VN erklärt. „Zum einen ist es der rege Handel mit Textilien und Gewürzen und die Arbeitsmigration um 1900, die bis heute starke wirtschaftliche Impulse leisten. Zum anderen sind es auch die Hochzeiten zwischen Hohenems und Rom, die Hohenems den Aufstieg zur Großstadt geebnet haben.“

Diese besondere Beziehung zum Süden spiegelt sich bei der Emsiana in Vorträgen, Konzerten, Lesungen und Ausstellungen wider. Bei der Eröffnung wird das Kammerorchester tonart sinfonietta mit seinen Stücken auf den südlichen Nachbarn Bezug nehmen, während sich Sängerin Floriana Cangiano dem traditionellen neapolitanischen Gesang widmet. Im Rahmen von zwei Vortragsreihen im Blauen Salon des Palastes beleuchtet ein Interview mit einem Hohenemser aus Rom die Beziehung der beiden Städte.

„In diesem Jahr sollen Gebäude und Orte zugänglich gemacht werden, die lange nicht oder gar nicht besichtigt werden konnten. „

Markus Schadenbauer-Lacha

Erstmalig wird in diesem Jahr die gotische Burg Schloss Glopper im Rahmen von Führungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aufgrund der großen Nachfrage im letzten Jahr ist die aus dem Dornröschenschlaf erwachte Villa Iwan und Franziska Rosenthal auch in diesem Jahr zu besichtigen. „Frauke Kühn vom Literaturnetzwerk lädt die Besucher dazu ein, ihren Input zum neu entstehenden Literaturhaus zu liefern“, erklärt Schadenbauer-Lacha. Einen Wermutstropfen gibt es: Die Führungen für Schloss Glopper und die Villa Rosenthal sind bereits ausverkauft.

Vielseitige Ausstellungen

Auch den Ausstellungen wird bei der Emsiana traditionell ein großer Schwerpunkt gewidmet. An den vier Emsiana-Tagen können klassische Skulpturen in Stein und Bronze sowie Malerei von Heilgard Bertel, Leuchtkörper von Birgit Sargant und von Naturerfahrungen inspirierte Malerei von Erika Lässer-Rotter besichtigt werden. Carol Wyss befasst sich in ihrer Installation „Adams Rippe“ mit den Unterschieden und Ähnlichkeiten von Mann und Frau. Während Arno Eggers Arbeit im Garten des Hauses Harrachgasse 7 Mitgefühl zum Thema hat, begibt sich Dietmar Walser auf die fotografische Suche nach Orten der käuflichen Liebe. Roland Adlassnigg fragt in seiner Installation in der Burgruine Alt-Ems nach der Work-Life-Balance und ein besonderes Selbstporträt ist der 2017 verstorbenen Mariella Scherling-Elia gewidmet.

Heuer kann außerdem Vorarlbergs einziges Spielzeugmuseum besichtigt werden. In Willi ’s“ kleinem Museum findet man Fahrzeuge und Figuren, außergewöhnliche Spardosen, hochwertige Modlleeisenbahnanlagen und sogar Kindernähmaschinen.

Jährlich rund 3000 Besucher

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem dörfliche Hohenems, das erstmals bespielt wird. „In diesem Jahr sollen Gebäude und Orte zugänglich gemacht werden, die lange oder gar nicht besichtig werden konnten“, betont Schadenbauer-Lacha. So können beispielsweise das alte Rathaus, das Alte-Zeiten-Museum, und das Mühlenmuseum erkundet werden.

Die Emsiana schafft laut Schadenbauer-Lacha für die Bevölkerung und die Besucher ein neues Stadt- und Geschichtsbewusstsein. „Das Festival wird jedes Jahr stärker besucht.“ In Summe bringt die Emsiana am gesamten Wochenende rund 3000 Besucher nach Hohenems.

11. Emsiana: 9. bis 12. Mai; Infos und Programm unter: www.emsiana.at; Die Führungen für Schloss Glopper und Villa Rosenthal sind ausverkauft.