Immer etwas Besonderes: In „Rigoletto“ und in Bildstein

08.08.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein strahlender Fixpunkt der Vorarlberger Konzertszene: Christian Birnbaum mit dem Barockensemble der Wiener Symphoniker in Bildstein.  Lerch
Ein strahlender Fixpunkt der Vorarlberger Konzertszene: Christian Birnbaum mit dem Barockensemble der Wiener Symphoniker in Bildstein.  Lerch

Christian Birnbaum (55) leitet seit 20 Jahren die Konzerte des Barockensembles der Wiener Symphoniker.

Christa Dietrich

Bildstein „Wofür ich brenne, das ist die Abwechslung“, sagt Christian Birnbaum. Mit Stücken von Vivaldi und Telemann erleben die Hörer absolute Höhepunkte der Barockmusik, wichtig ist es ihm aber auch, Komponisten wie den Österreicher Gregor Joseph Werner (1675-1766) in Erinnerung zu rufen, der mit einem „Instrumentalkalender“ ein Kuriosum geschaffen hat. Im Gespräch mit den VN verrät der Leiter des Barockensembles der Wiener Symphoniker dann auch, wo man beim Konzert am kommenden Sonntag in der Basilika von Bildstein besonders die Ohren spitzen sollte, denn der langsame Satz im Konzert für Oboe, Streicher und b. c. von Alessandro Marcello sei ein Stück, bei dem man aus der irdischen Sphäre abhebt. Aber grundsätzlich gilt: „Ich freue mich auf jedes Stück.“

Das Barockensemble hat auch in der künstlerischen Biografie des aus Ybbs an der Donau stammenden Musikers einen besonderen Stellenwert. Als Peter Katt, der im Jahr 1989 dieses Konzert initiierte, nach zehn Jahren den Geiger fragte, ob er die Leitung übernehmen könnte, ist bei ihm die totale Begeisterung ausgebrochen. Nachdem er sich schon als Jugendlicher mit Barockmusik beschäftigte und ein eigenes kleines Ensemble gründete, dann aber im Laufe des Studiums die ganze Palette der Romantik durchspielte, besorgte er sich erst einmal alle Bücher von Nikolaus Harnoncourt und ackerte sie durch. Ein schöner Grund, mit dem Profi über historisch informierte Spielweisen zu sprechen, was ja vor allem bedeutet, dass man sich mit Literatur aus der Barockzeit auseinandersetzt und Grundsätze auf die modernen Instrumente überträgt. Schon Harnoncourt habe gesagt, dass Werktreue nur gekoppelt mit Fantasie zielführend sei. „Wir diskutieren das immer wieder neu. Vibrato ist eine wichtige Frage. Da wir auf den Instrumenten spielen, die wir im Orchester spielen, versuchen wir, ein Klangbild zu finden.“ Durchhörbarkeit ist ein Begriff, den Birnbaum als wichtig erachtet und Wissen und Intuition müssten Hand in Hand gehen.

Seit 32 Jahren in Bregenz

Die Bregenzer Festspiele sind ein Fixpunkt in der Jahresplanung des Musikers. Er wirkt seit nunmehr 32 Jahren mit und ist heuer bei insgesamt 20 Aufführungen der Oper „Rigoletto“ auf dem See im Einsatz. Seit vielen Jahren sitzt das Orchester im Festspielhaus. „Eine gute Entscheidung im Sinne der Kunst“, sagt Birnbaum. Man bekomme die Stimmen der Sänger übertragen, was sehr gut funktioniere und könne auf die Akustikanlage der Festspiele vertrauen, die zudem erst jüngst erneuert wurde.

Und wie geht es in Bildstein nach dem 11. August weiter? „Hoffentlich noch lange“, kann der Musiker vermelden und dürfte den zahlreichen Fans dieses Konzertereignisses damit eine große Freude bereiten. 15 CDs wurden zudem produziert. Demnächst erfolgt bereits eine weitere Aufnahme in Triberg.

Barockensemble der Wiener Symphoniker unter Christian Birnbaum, 11. August, 11 Uhr, Basilika Bildstein, Werke von Vivaldi, Marcello, Torelli, Telemann, Werner.