Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Grund und Boden auf der Bühne

Kultur / 25.08.2019 • 20:06 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Während die neuen Direktoren an zwei sehr renommierten Bühnen, nämlich Martin Kusej am Wiener Burgtheater und Nicolas Stemann am Zürcher Schauspielhaus, nun zu Beginn der Saison unter anderem nach dem Prinzip „Aufgewärmtes tut es auch“ verfahren und fertige Produktionen von ihren früheren Wirkungsstätten, das heißt, aus München oder etwa von den Salzburger Festspielen mitbringen, offerieren unsere kleinen Häuser Neugekochtes und Innovationen. Allerdings wird es interessant sein, zu erleben, wie das Bregenzer Publikum damit umgeht, wenn es zum Saisonstart am Landestheater im September eine Uraufführung zu sehen bekommt, die zwischen zwei riesigen Shakespeare-Dramen eingeklemmt ist. Damit der Abend nicht zu kurz wird, tritt davor noch ein Bürgerinnenchor auf.

Gerade in diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass das Publikum auch zu Urlaubszeiten mitunter bekundet, die Nacht nicht zum Tag machen zu wollen, als Stemann „Faust I“ und „Faust II“ (jene Produktion, die bald in Zürich läuft) in Salzburg zeigte, waren am Ende, nach Mitternacht, nicht mehr viele im Saal.

Lassen wir uns überraschen, während bei Shakespeare Grund und Boden bzw. Besitz und vor allem Macht verteidigt werden, geht ein kleines regionales Theaterensemble das Thema konkret an. Politisch wird es aber auch beim Café Fuerte, das bereits das Stück „Das letzte Haus“ von Tobias Fend probt. Der Titel lässt es erahnen, es geht darum, dass das letzte bisschen Grün auch noch verbaut werden soll. Grundbesitz und Immobilienerwerb sind relevante Themen, die zuletzt auch die junge Vorarlberger Autorin Carolyn Amann beim Theater Kosmos aufgriff.

Christa Dietrich

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