Vorarlberger Künstlerin mischt Wiener Ausstellung auf

Kultur / 22.12.2019 • 20:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Herrendiener-Objekt von Uta-Belina Waeger neben dem Frauenschuh-Objekt von Birgit Jürgenssen in der großen Thonet-Ausstellung im Wiener Museum angewandter Kunst. <span class="copyright">MAK/Mayer</span>
Herrendiener-Objekt von Uta-Belina Waeger neben dem Frauenschuh-Objekt von Birgit Jürgenssen in der großen Thonet-Ausstellung im Wiener Museum angewandter Kunst. MAK/Mayer

Mit einem Herrendiener stellt Uta-Belina Waeger klar, dass Frauen zu Möbeln viel zu sagen haben.

Christa Dietrich

Wien, Dornbirn Oben ein schmales Feinripp-Leibchen und unten recht ausladende Boxershorts: Ironie ist der Vorarlberger Künstlerin Uta-Belina Waeger nicht fremd. Das können die Besucher im Wiener Museum angewandter Kunst (MAK) nun nachprüfen. In der groß aufgezogenen Schau „Bugholz vielschichtig“, in der nicht nur die Pionierleistungen der Firma Thonet in Sachen Bugholzmöbel aufgezeigt werden, sondern auch ihr Einfluss auf Designer verschiedener Epochen, kommen Künstlerinnen und Künstler zu Wort. Neben Uta-Belina Waeger sind das Bruno Gironcoli und Birgit Jürgenssen. Weil bald klar war, dass ihr Werk in den Dialog mit dem nahezu legendären Frauenschuh-Objekt von Jürgenssen treten wird, sollte es ein Herrendiener werden. Das Leibchen ist vergilbt, die Hose verschwitzt und die Krawatte ein Relikt aus den 1970er-Jahren. Herrendiener wurden jene Kleiderständer genannt, die mit breiten Bügeln für Sakko und Hemd, einer Stange für die Hose und einer Ablage für die Manschettenknöpfe ausgestattet waren.

Mittlerweile haben sie ausgedient oder sind in dieser Form ein Relikt aus der Vergangenheit. Beständig ist hingegen das praktische Bugholz. Uta-Belina Waeger zeigt es und erntete bereits so viel Anerkennung dafür, dass sie eine Einladung für eine Ausstellung im kommenden Jahr im deutschen Thonet-Museum Boppard erhielt.

Die Ausstellung „Bugholz vielschichtig“ ist bis 13. April im Museum angewandter Kunst (MAK) in Wien geöffnet, Di, 10 bis 22 Uhr, Mi bis So, 10 bis 18 Uhr: www.MAK.at