Theatralische Paketlieferung von Vorarlberg in die Schweiz

Kultur / 04.11.2020 • 21:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Pakete Pakete“ von Tobias Fend wird zuerst in der Schweiz gezeigt. Feinig
„Pakete Pakete“ von Tobias Fend wird zuerst in der Schweiz gezeigt. Feinig

Egg, Bregenz „Pakete Pakete“ heißt das neue Stück des Vorarlberger Theatermachers und Autors Tobias Fend. Mit seinem Ensemble Café Fuerte, das er gemeinsam mit Danielle Fend-Strahm leitet, sollte es ab 5. November in der Tiefgarage des Wälder-Kaufhauses in Egg zur Aufführung kommen. Da das Veranstaltungsverbot im Rahmen der neuen Covid19-Verordnung in Österreich natürlich auch jene Theaterschaffenden trifft, zu deren Konzept es zählt, jeweils den passenden Ort zum Inhalt eines Stücks zu finden, verkehren in besagter Tiefgarage nun ausschließlich die Kunden und Lieferanten der im Gebäudekomplex geöffneten Handelsbetriebe.

Das Ensemble Café Fuerte sagte die Premiere mit Bedauern ab und verschiebt die Präsenz in Vorarlberg auf unbestimmte Zeit. Da das Unternehmen nicht nur im Bregenzerwald ansässig ist, sondern auch ein zweites Standbein in der Schweiz hat und dort noch Theateraufführungen bei sehr beschränkter Publikumszahl möglich sind, erfolgt somit eine theatralische Paketlieferung von Vorarlberg ins benachbarte Ausland. Ab 13. November soll es so weit sein, die konkreten Aufführungsorte werden, so Danielle Fend-Strahm, noch bekanntgegeben. Schon frühere Projekte von Café Fuerte wurden unter anderem auf freien Plätzen im Appenzell oder in Süddeutschland angeboten.

Konsum und Ausbeutung

Mit dem Stücktext greift Tobias Fend grundsätzlich ein sehr aktuelles Thema auf, angesichts der Order, nun möglichst zu Hause zu bleiben, erfährt es zusätzliche Brisanz. Erzählt wird nämlich nicht nur vom harten Job bzw. der Ausbeutung eines Paketzustellers, das vielschichtig angelegte Werk zielt auch auf die Hinterfragung des Drangs zu immer mehr Konsum ohne direkten Bedarf an einer Ware. VN-cd

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