Wie die Band Gallo Pinto die Sonne ins Zimmer holt

Kultur / 23.11.2020 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wie die Band Gallo Pinto die Sonne ins Zimmer holt
Die Musiker von Gallo Pinto haben beim neuen Projekt mit der Sängerin Vicky González zusammengearbeitet. GALLO PINTO

Die Vorarlberger Band Gallo Pinto hat ein zweites Album fertiggestellt und wird die Livepräsentation nachholen.

Feldkirch Daniel Amann, Bernhard Breuer, Martin und Bernhard Widerin sowie Vicky González, das sind Gallo Pinto. Die Texte handeln von Liebe, Revolution, und – wie der Bandname vermuten lässt – einem kulinarischen Genuss. Bernhard Widerin (46), Sänger und Musiker der Band Gallo Pinto im VN.at-Interview.

Der Name Ihrer Band lautet „Gallo Pinto“. Was verbirgt sich dahinter?

Gallo Pinto heißt gefleckter Hahn. Es handelt sich dabei um ein beliebtes Frühstück aus Costa Rica und Nicaragua mit Reis und Bohnen. Das schmeckt uns allen sehr gut.

Die Bandmitglieder sind allesamt Vorarlberger Musiker. Wie hat sich die Band formiert?

Die Bandgründung war eigentlich nicht beabsichtigt. 2003 wurde ich gefragt, ob ich im Weltladen Wolfurt ein paar Lieder aus Lateinamerika singen könnte. Ein paar Tage vor dem Auftritt wollte ich dann doch nicht alleine spielen. Seither spielen wir in dieser Formation.

Ihr musikalisches Profil gilt der Musik aus Lateinamerika. Woher kommt diese Vorliebe?

Ich war vor ca. 20 Jahren ein Jahr in Costa Rica und habe dort das Land, die Leute und die Musik lieben gelernt. Die Musik dort ist sehr facettenreich und ich finde immer wieder Melodien und Texte, die mich fesseln. Natürlich spielen da nostalgische Gefühle eine große Rolle.

Sie singen über Liebe, Revolution und Nahrungsmittel, eine sehr ungewöhnliche Kombination. Wie wichtig ist Ihnen Humor?

Es braucht jedenfalls etwas Humor, wenn man in einer Fremdsprache singt, da man nie 100-prozentig authentisch sein kann. Das Wichtigste ist aber sicher, dass es einem selbst gefällt, man mit dem Herzen bei der Sache ist. Zu den angesprochenen Themen: Bei vielen unserer Lieder sind uns genau diese drei Schlagworte besonders aufgefallen, wobei die Nahrungsmittel vor allem auf eigene spanische Texte zurückzuführen sind. Da Liebe bekanntlich aber durch den Magen geht, stehen sich diese Themen näher als es im ersten Moment scheint.

Auf Ihrer Homepage gibt es sogar Kochrezepte, die sich auf die lateinamerikanische Küche beziehen. Sie lieben also nicht nur die Musik, sondern auch die Esskultur.

Viele schönen Erlebnisse werden durch Musik und Essen zusätzlich geprägt. Insofern passt das sehr gut dazu.

Sie haben soeben Ihr zweites Album fertiggestellt. Inwieweit hat die Pandemie die Produktion erschwert?

Neben traditionellen Liedern sind diesmal im Vergleich zum Vorgänger mehr eigene Lieder vertreten. Ebenso konnten wir die mexikanische Sängerin Vicky González, die neben ihrem Gesang auch eigene Lieder beigesteuert hat, für unser Projekt gewinnen. Damit wurde das Album noch abwechslungsreicher und die Kombination ist zudem sehr spannend. Bei der Produktion mussten wir aufgrund von Corona einiges anders machen, was uns aber letztlich auch nicht von der Fertigstellung abhielt. Bei einigen Liedern hat jedes Bandmitglied seinen musikalischen Teil selbst bei sich zu Hause aufgenommen und dann an das nächste Mitglied weitergeleitet. Inmitten dieser, aufgrund von Corona, trüben Aussichten möchten wir mit dieser CD etwas Wärme vermitteln. Mit diesem Album kann man sich somit ein Stück Sonne und Lateinamerika ins Wohnzimmer holen.

Das Album wäre im November im Rahmen einer Tournee durch Vorarlberger Kultureinrichtungen präsentiert worden. Das geht aufgrund des Lockdowns nicht. Wie verarbeiten Sie diesen Frust?

Natürlich ist das schade, da hinter diesen Terminen auch viel Vorbereitungszeit steckt. Für eine Band ist ein Album aber wie ein Kind und vorerst freuen wir uns einmal, dass es hier ist.

Es gibt ein Musikvideo. Wo wurde das denn gedreht?

Unser Album heißt „Amor y Revolución“ und wird neben der CD mit etwas Verspätung auch auf LP erscheinen. Die Livekonzerte werden wir 2021 nachholen, sofern wir dürfen. Als Vorgeschmack bzw. Alternative haben wir zwei Musikvideos produziert. „Me voy a ver con mi amor“ handelt von einer Autobusfahrt in Costa Rica. Das Video wurde auch im Urlaub in Costa Rica aufgenommen. „Malecon“ beschreibt die berühmte Strandpromenade in Havanna. Für das Video haben wir an einem einheimischen Malecon gedreht, womit auch der Lokalbezug wieder hergestellt ist. sab, VN-cd

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