Jazzmusiker Chris Barber 90-jährig gestorben
London Der Posaunist, der mit “Ice Cream” einen bis heute populären Welthit hatte, sei im Alter von 90 Jahren gestorben, teilte sein Label Last Music Co. mit. Chris Barber war einer der letzten großen Big-Band-Leader und spielte sich seit den 1950er-Jahren mit weiteren Hits wie “Wild Cat Blues” und “Petite Fleur” in die Herzen der Jazz-Fans. Der Pate des britischen Jazz stellte er aber auch die Weichen für die Blues- und Rock-Explosion, aus der Giganten wie die Beatles und Rolling Stones hervorgingen. Er studierte Posaune und Kontrabass an der berühmten Londoner Guildhall School of Music and Drama und gründete schon mit 19 seine erste Jazzband. Die klassische Ausbildung prägte seine Auffassung von Jazz-Improvisationen: Man müsse trotzdem die richtigen Noten spielen, befand er.
In den 1950ern war Barbers Big Band in Großbritannien so bekannt wie die Beatles in den 1960ern. 1958 gründete er mit einem Geschäftspartner den legendären Londoner Marquee Club, in dem später die Rolling Stones auftraten. 1959 schaffte Barber den internationalen Durchbruch mit “Petite Fleur”, einem Stück mit dem Solo des Klarinettisten Monty Sunshine. Barber liebte den frühen New-Orleans-Jazz und brachte viele afroamerikanische Gospel- und Blues-Legenden nach Großbritannien.