Ein Einblick, der Bezau Beatz charakterisiert

Kultur / 08.08.2021 • 19:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Einblick, der Bezau Beatz charakterisiert
Edi Nulz beim Festival Bezau Beatz. Sams

Bezau „Herumgehen erwünscht, wir sind nicht so steif“, so begrüßte Alfred Vogel zum Konzert von Edi Nulz in Peter Figers Kunstschmiede. So ist Bezau Beatz. Fernab jeglicher Eitelkeiten finden sich hier alljährlich Menschen zusammen, die Musik einfach mögen, sie genießen wollen und es auch können. Konzertsäle werden hier nicht gebraucht, denn der Ort, an dem die Musik spielt, wird einfach zum Konzertsaal gemacht. Und Peter Figers Kunstschmiede ist bei Bezau Beatz genialer Konzertsaal, Musikclub oder Veranstaltungsort – wie immer man es auch nennen mag. Das Festivalgefühl, das Bezau Beatz beim Auftritt verschiedener Ensbembles vermittelt: Ein großes Wohnzimmerkonzert unter vielen Freunden.

Edi Nulz, das sind Siegmar Brecher (Bassklarinette), Julian Adam Pajzs (Tenor- und Baritongitarre) und Valentin Schuster (Schlagzeug und Taschenklavier). Vor fast zehn Jahren begann die Bandgeschichte in Graz, heute leben die Bandmitglieder in Berlin und Wien und ihr fünftes Album, mit dem mysteriösen Namen “Meganan”, brachten sie mit. Hör- und Sehvergnügen der anderen und zwar richtig guten Art. Mit Sitcommander Otto und Gruseldäne, alleine für die Titel hätten sie einen Preis verdient, eröffneten sie das Konzert. Es wabert, es rockt, es jazzt und schmettert. Die Köpfe im Publikum nicken mit dem Beat, die Beine wippen, die Münder grinsen erfreut und jubeln nach jeder Nummer. Einflüsse von Jazz über Punk, Rock und vielem mehr sind zu hören, aber in eine Genrebox lassen sich Edi Nulz nicht zwängen. Genre kann ja jeder.

Festivalleiter Alfred Vogel. <span class="copyright">Sams</span>
Festivalleiter Alfred Vogel. Sams

Der smarte, peppy super Sound von Edi Nulz hat fast therapeutische Wirkung. Die Beine möchten tanzen und die Ohren möchten noch mehr von diesen Klängen. Die Augen erfreuen sich an der Performance. Denn dort wird die pure Spielfreude zusätzlich sichtbar.

Ein Stück nennt sich “Nase”. Geschrieben von Julian Adam Pajzs als er nach einer Nasenoperation darniederlag. Es rockt und stampft und zeigt, Genialität muss nicht immer im ernsten Gewand daherkommen. So ist Edi Nulz: Genial mit Leichtigkeit und viel Sinn für Humor und Selbstironie. Mit Siksha, das noch Woodstock-Hippie-Feeling nach Bezau bringt und Stress 2021 kommt der Gig zum Ende. Zufriedene und viele lächelnde Gesichter verlassen die Schmiede. Ursula Fehle