Künstlerinnen werden benachteiligt

Kultur / 11.11.2021 • 20:06 Uhr

Der neue „Film
Gender Report“
ist ernüchternd.

Wien, Innsbruck  Zum zweiten Mal nach 2018 hat das Österreichische Filminstitut (ÖFI) das Filmschaffen auf die Geschlechtergerechtigkeit hin untersuchen lassen. Zwar gibt es bei einigen Indikatoren eine Verbesserung, doch die Entwicklung laufe deutlich zu langsam, wie Birgit Moldaschl vom ÖFI betonte. „Es zeigt sich eine eindeutige Geschlechterdifferenz.“ Eine der zentralen Erkenntnisse sei auch diesmal gewesen: „Je mehr Geld, desto weniger Frauen.“ Der Report, der vom ÖFI in Auftrag gegeben und gemeinsam mit der Universität Innsbruck umgesetzt wurde, befasst sich mit den Förderdaten 2017 bis 2019 sowie den Kinospielfilmen, die zwischen 2012 und 2019 geschaffen wurden. Bei den Förderungen für Kino- und TV-Projekte (150 Millionen Euro von elf Förderstellen wurden berücksichtigt) zeigte sich, dass Frauen generell unterrepräsentiert waren. Sie erhielten weniger als ein Drittel der für Kinoprojekte zugesagten Mittel, im TV-Sektor waren es gar nur 18 Prozent. Rechnet man beide Bereiche zusammen, ergibt sich ein Anteil von 25 Prozent der vergebenen Fördermittel.

„Nur jede zehnte Zusage im Kino-Bereich und nur jede fünfte Zusage im TV-Bereich gingen an weiblich verantwortete Projekte“, heißt es. Besonders extrem sei das Ungleichverhältnis bei Serien. „Hier wurde die gesamte Förderung Projekten mit mehrheitlich männlich besetzten Kernteams zugesprochen.“ Aber auch was die Förderhöhe angeht, lassen sich Unterschiede erkennen, gab es für exklusiv weiblich besetzte Kernteams (Kino wie TV) doch geringere Beträge. Ganz ähnlich präsentierte sich die Situation im Kinoverleih.