Akribisch recherchiert

Kultur / 28.01.2022 • 17:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Akribisch recherchiert

„Creep“, der Titel von Philipp Winklers neuem Buch, ist in der Popkultur schon lange verwurzelt.

Roman Die britische Band Radiohead schrieb 1992 einen unvergänglichen Song dieses Titels. Darin wird ein „Creep“ besungen, der jemanden begehrt, aber selbst nicht klarkommt. Radioheads „Creep“ wirkt wie die gesungene Grundidee von Winklers Buch – nur dass seine Titelfiguren sich zusätzlich in die düsteren Ecken des Internets flüchten. „Creep“ ist der Nachfolger von Winklers Debütroman und Bestseller „Hool“ über einen jungen Mann aus der Hannoverschen Hooligan-Szene. Das Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt und für die Bühne umgearbeitet. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung.

Nun hat sich der 1986 geborene Autor an die nächste, für die meisten Menschen verschlossene Welt herangewagt: die des Darknets, jenen Teil des Internets, der allgemein auch als Tummelplatz für Verzweifelte, Gestörte und Kriminelle gilt. Winkler schreibt über zwei Außenseiter: Fanni (Fabienne) Behrends, technikaffine Tochter aus einem sogenannten guten Haus irgendwo in Deutschland und Junya Yamamura, ein Hikikomori aus Tokio. Hikikomori werden in Japan Menschen genannt, die an einer Sozialphobie leiden. Ohne dass sie voneinander wissen, hat das Internet einen Link hergestellt zwischen Fanni und Junya. Winkler hat in dieser Internetwelt akribisch recherchiert. Für technisch Interessierte kann das spannend sein, für weniger Bewanderte ist das nicht immer einfach. Er bietet aber einen Einblick in eine für viele wohl bisher eher undurchsichtige Seite des Internets.

“Creep”, Roman von Philipp Winkler, Aufbau Verlag, 342 Seiten.

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