Medienkunst und bedruckte Schaumstoffe

Kultur / 10.02.2022 • 18:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seit Anfang Februar ist mit „Wunderblock BETA“ die erste digitale Medienkunstausstellung zu sehen.  Dock20/Kuzmanovic
Seit Anfang Februar ist mit „Wunderblock BETA“ die erste digitale Medienkunstausstellung zu sehen.  Dock20/Kuzmanovic

Das Dock 20 widmet sich heuer insbesondere jungen künstlerischen Positionen der Gegenwart.

Lustenau Der Kunstraum Dock 20 in Lustenau ist mit einer Verlängerung der Ausstellung von Gesine Probst Bösch „Zehn Pfeile, ein Herz und eine Seele“ in das neue Jahr gestartet. Im Jahr 2022 widmet sich das Programm insbesondere jungen künstlerischen Positionen der Gegenwart. Seit Anfang Februar ist mit „Wunderblock BETA“ die erste digitale Medienkunstausstellung zu sehen. Künstler aus verschiedenen Bereichen digitaler Kunst bespielen über zehn Monate hinweg sowohl den Online-Raum als auch das Schaufenster des Eingangsbereiches in der Pontenstraße 20. Den diesjährigen Zyklus hat Malin Kuht aus Kassel mit ihrer Videoarbeit „En-Countering Cyberfeminism“ eröffnet. „En-countering Cyberfeminism erzählt eine mögliche Geschichte über die ‚first Cyberfeminist International‘, die 1997 in Kassel stattgefunden hat. Dieses kollektive und feministische Projekt war Teil der alternativen Geschichte früher Netzkultur“, erklärt die Künstlerin. Neben Malin Kuht werden in den kommenden Monaten Arbeiten von Pia Wilma Wurzer, Eliza Chojnacka, Total Refusal, Johanna Bruckner und vielen weiteren zu sehen sein.

Bildpolitiken

Am 17. Februar eröffnet mit „Cancel the Reboot“ die erste institutionelle Solo-Show der US-amerikanischen Künstlerin Billie Clarken. In ihren installativen Arbeiten beschäftigt sich Clarken mit Bildpolitiken der zeitgenössischen Kulturindustrie. Ausgehend von der Fotografie, wandte sie sich in den letzten Jahren der Plastik zu und wurde mit skulpturalen, bedruckten Schaumstoffen bekannt, auf denen geisterhaft Celebrities abgebildet sind. Die Aneignung, Reproduktion und Entfremdung medialer Bilder sowie deren daraus resultierendes Eigenleben sind Ausgangspunkt für ihre Auseinandersetzung mit Starkult und Identität. Ab Juni werden die Räumlichkeiten von der Vorarlbergerin Luka Jana Berchtold bespielt. Für ihre Ausstellung „Dicke Haut“ entstehen Objekte, die stellvertretend für Gefühlslagen Raum einnehmen und ihnen somit Sichtbarkeit verschaffen. Empfindsamkeit Ausdruck zu verleihen ist ein programmatisches Anliegen der Künstlerin. Den oft pragmatischen und stoischen Erfahrungen des Alltäglichen wirkt sie mit ihren Arbeiten entgegen, indem sie durch ihre sorgsame Bearbeitung des Materials auch feinste emotionale Regungen erfahrbar macht.

Auch heuer gibt es ein Residency-Programm, für das das Dock 20 mit dem Druckwerk Lustenau und dem S-MAK zwei Künstler einlädt, für sechs Wochen in Lustenau zu leben und zu arbeiten. Die Resultate werden Teil der Gruppenausstellung „Raster und Fraktal“ sein und sich mit dem Bereich der Printmedien befassen. Die Ausstellung präsentiert künstlerische Positionen, die sich kritisch mit der Ordnung der Dinge als Infrastruktur und ihrer Ästhetik auseinander setzen.

Jahresprogramm

Wunderblock Beta Februar bis Dezember 2022, unter anderem mit Malin Kuht, Pia Wilma Wurzer, Eliza Chojnacka, Total Refusal, Johanna Bruckner 

Billie Clarken „Cancel the Reboot“: 18. Februar bis 15. Mai 2022

Luka Jana Berchtold: Dicke Haut: 3. Juni bis 11. September 2022

Gruppenausstellung Raster und Fraktal: 30. September 2022 bis 15. Jänner 2023