Ein ganzes Ensembleprogramm von einer einzelnen Künstlerin absolviert

Kultur / 19.06.2022 • 21:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Eine Sensation: Louise Lecavalier in „Stations“. spielboden/Hauer
Eine Sensation: Louise Lecavalier in „Stations“. spielboden/Hauer

Louise Lecavalier wurde bei „Tanz ist“ am Spielboden mit Standing Ovations gefeiert.

Dornbirn Am Bass die Basis bieten, an den Drums akzentuieren und dazu höchst professionell die E-Gitarre spielen – das geht sich für eine Person allein nicht aus. Angesichts der Choreografie, die sich die kanadische Künstlerin Louise Lecavalier auferlegt, wird das Unmögliche möglich. Keine Frage, warum das Publikum am Spielboden nach der Aufführung von „Stations“ die einstige Frontfrau des Ensembles La la la Human Steps für ihr neues Soloprogramm mit Standing Ovations feierte.

Die Insider wissen es längst: Wie Tanz-ist-Macher Günter Marinelli sein Festival konzipiert, ist bei den Bedingungen in Vorarlberg einzigartig. Louise Lecavalier engagieren zu können, dokumentiert zudem das Vertrauen, das ihm die Stars entgegenbringen.

Das vierteilige Stück „Stations“ lässt die aufgelisteten Themen Fluidität, Kontrolle, Meditation und Obsession angesichts des Bewegungsrepertoires von Louise Lecavalier durchaus nachvollziehen. Eine pragmatische Perspektive behält man nach den ersten paar Minuten allerdings nur bei, um den exzellenten Sound von Antoine Berthiaume mit dem Saxophon-Part von Colin Stetson auszumachen, beim Tanz kommt man nicht umhin, ins Schwärmen zu geraten, ob der Koordination der höchst unterschiedlichen, aber gleichzeitig vollzogenen „sprachlichen“ Äußerungen, die die Künstlerin ihrem Körper auferlegt. Kurze Schritte evozieren einen Schwebezustand, Hände zeichnen gleichzeitig Bilder voller Poesie und Bestimmtheit: So geht Präsenz. VN-cd

Vom 1. bis 6. November findet ein weiterer Teil des diesjährigen Festivals Tanz ist statt.