Finales Kirchenkonzert mit eingehender Uraufführung

Kultur / 27.06.2022 • 21:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Christina Landshamer, die Vorarlbergerin Nina Maria Edelmann, Martin Mitterrutzner, Armon Edelmann sowie Manfred Honeck mit Chor und Orchester.voith
Christina Landshamer, die Vorarlbergerin Nina Maria Edelmann, Martin Mitterrutzner, Armon Edelmann sowie Manfred Honeck mit Chor und Orchester.voith

Wolfegg Mit einem tief bewegenden Kirchenkonzert unter der Leitung von Manfred Honeck sind die 32. Internationalen Wolfegger Konzerte zu Ende gegangen.

Eine Besonderheit war Mozarts Krönungsmesse mit den Augsburger Domsingknaben, die die heitere Stimmung mit ihren jugendlichen Stimmen unterstrichen. Glücklich harmonierte das lyrisch-empfindsame Solistenquartett mit der Sopranistin Christina Landshamer, der Vorarlberger Mezzosopranistin Nina Maria Edelmann, Tenor Martin Mitterrutzner und Bariton Paul Armon Edelmann. Wundervoll innig strömte das Sopran-Solo im Agnus Dei, das die Arie der Gräfin in der „Hochzeit des Figaro“ vorwegnimmt. Meisterlich trugen Chor, Solisten und die Musiker der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern die schlichte Melodik und den opernhaften Ausdruck, die Lebensfreude und religiöse Hingabe in den barocken Kirchenraum.

Dann das Ereignis: die Uraufführung von Florian Franneks „Bevor wir schweigen – Sieben letzte Briefe 1941-45“ für Bariton, Chor und Orchester. In eingängiger Tonsprache, die bald klagend, bald friedvoll sakral oder auch in intensiver, schmerzhafter Dramatik auf die Briefe eingeht, hat der Komponist die letzten Briefe von Widerstandskämpfern und Todeskandidaten des Zweiten Weltkriegs von Klaus Bonhoeffer bis Pater Maximilian Kolbe vertont. Bariton Edelmann interpretierte die Worte, gehaucht, flüsternd, in tonlosem Sprechgesang oder auch schlicht und schnörkellos gesungen, während der Knabenchor auf die Gedanken reagierte oder sie kommentierte. Ein Werk, das sehr wahrhaft die Trauer zum Ausdruck bringt. chv