Ein Punk-Fest als kurzweiliger Sommernachtstraum

Kultur / 04.07.2022 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Toten Hosen boten einige Überraschungen.  <span class="copyright">Clarissa Berner</span>
Die Toten Hosen boten einige Überraschungen. Clarissa Berner

Die „Toten Hosen“ wussten im Wiener Ernst-Happel-Stadion zu überzeugen. 35.000 Besucher würdigten dies.

Wien Natürlich ist Punk jetzt gerade keine neue Musikströmung und zumindest die wesentlichen Akkorde müssen auch gespielt werden können, dennoch war im Ernst Happel Stadion am Rasen einiges los, um das Genre als musikalischer Dauerbrenner am Leben zu halten – nicht zu Unrecht, denn die wackeren Herren mit lichtem Haar sind jetzt gerade auch nicht auf den Mund gefallen.

Hosen mit Überraschungsbonus

Der erste Anheizer, „Bob Vylan“ war eigentlich die stilistische Erneuerung, irgendwo zwischen „Rage Against the Machine“ und „Body Count“ ließen sich die Londoner nieder. Die messerscharfen Videos würde es zum Nachgucken geben. Ansonsten? Sagen wir einmal, es war ein gut gelaunter Sommernachtstraum mit den üblichen Verdächtigen.

Die fun-punkigen „Schmutzki“ kamen in den besten Stimmungsmomenten wie die kalifornische College-Punk-Band „Blink-182“ daher und „Feine Sahne Fischfilet“ hatten ein bisschen das Problem, ihre Message in 45 Minuten durchzubringen – natürlich alles gegen rechts, die Fans ließen sich auch nicht lange bitten, die ersten Bengalos wurden gezündet.

<span class="copyright">Clarissa Berner</span>
Clarissa Berner

Als dann die Sonne über dem Ernst-Happel-Stadion unterging, war es so weit: Die deutsche Band, die vom Hausmeister bis zum Manager durchaus Eingang in die Gehörgänge findet – so auch in etwa die Streuung im Publikum –, zeigte, warum man sie immer wieder gerne live ansieht: Es gibt immer wieder kleine Überraschungsmomente, denn wann zum Beispiel haben die Hosen das letzte Mal das Yankee-Cover „Halbstark“ gespielt? Die Geiger von der letzten Tournee ließen sie zum Glück zu Hause. Natürlich gab es viel aus dem Repertoire, aber man freute sich ganz einfach wieder live Gast sein zu dürfen. 30 Songs in über 120 Minuten, zum Abschluss gab Campino den „Eisgekühlten Bommerlunder“ den Fans auf den Weg nach Hause mit. Den Graben zwischen Fans und Stage sichert noch immer sehr souverän „ihre“ Biker-Gang, die Black Devils. Manches ändert sich eben nie und das ist auch gut so. Martin G Wanko

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