Kinder schreiben Theater: In der Schule Weidach sind Grashüpfer, Bienen und Co. los

Kultur / 12.07.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Simon Kräutler ist künstlerischer Leiter beim "Fest des Kindes". <span class="copyright">VN/Paulitsch </span>
Simon Kräutler ist künstlerischer Leiter beim "Fest des Kindes". VN/Paulitsch

Beim “Fest des Kindes” steht der Spaßfaktor und nicht die Perfektion im Mittelpunkt.

Bregenz Die Schulbücher sind verstaut, die Zeugnisse in der Tasche. Inzwischen sind in der Schule Weidach die Schmetterlinge, Party-Mistkäfer, Bienen, Glühwürmchen und Grashüpfer los.

Die Rede ist von rund 170 Kindern zwischen sechs und zehn Jahren, die kurz vor dem Auftakt der Festspielsaison ihr ganz eigenes Theaterstück auf die Beine stellen – samt Requisiten, Kostümen, Tanzeinlagen und Gesang. Seit Montag ist das „Fest des Kindes“, das traditionell im Rahmen des Cross­culture-Programms der Bregenzer Festspiele veranstaltet wird, voll im Gang.

Der Musiker, Autor und Musikproduzent Simon Kräutler (48) bastelte einst selbst als Kind an Kostümen und Requisiten. Inzwischen hat er seit 22 Jahren als künstlerischer Leiter das Zepter in der Hand. Nach der Absage vor zwei Jahren und der Streaming-Aufführung im letzten Jahr kann das “Fest des Kindes” wieder unter den gewohnten Bedingungen durchgeführt werden. “Es ist toll, dass es wieder eine Schlussaufführung vor Publikum gibt”, freut sich Kräutler. Die Freude ist auch deswegen groß, weil diese erstmals auf der Werkstattbühne im Festspielhaus stattfinden wird. In Anlehnung an Puccinis Oper “Madame Butterfly” hat Kräutler das Stück “Kleiner Schmetterling flieg” geschrieben. Es handelt vom Schmetterling Lila, der mutiger ist, als alle anderen. Im Schmetterlingsland gibt es eine Grenze, die Lila eigentlich nicht übertreten darf, weil es dort zu gefährlich ist. Doch sie möchte unbedingt zu dem Baum auf der anderen Seite gelangen. Auf ihrer Reise trifft sie auf die Grashüpfer, die Party-Mistkäfer, die Bienen und schließlich auch auf die Glühwürmchen, die ihr am Ende den Weg leuchten.

Damit für die jungen Festspielfreunde auch genügend Abwechslung ins Spiel kommt, besuchen die Kinder die fünf Workshops im Rotationsverfahren. Während die Grashüpfer-Gruppe im Erdgeschoss bereits am Bühnenbild bastelt, entstehen im Turnsaal nebenan erste Choreografien. Im dritten Stock wird bei den Bienen laut geklatscht und gesungen. “Summ, summ, summ” tönt es aus dem Klassenzimmer. “Die Kinder studieren gerade ihren ersten Song ein, sie sind alle super motiviert und es hat nicht lange gedauert, bis sie das Lied auswendig konnten”, freut sich Workshopleiterin Lena Steiner. Mächtig was los ist auch in der Aula, wo die Kinder bei Johannes Leismüller in die Welt der Regie eintauchen können.

Einige Meter weiter wird im Kostümworkshop geklebt, geschnitten und gefaltet. Unter der Anleitung von Maria Keckeisen-Felder basteln die Party-Mist-Käfer lange Fühler und bunte Kopfbedeckungen, die sich die kleine Pia sogleich über den Kopf stülpt und stolz präsentiert. Stolz darf sie sein, denn wie die Kostüme am Ende aussehen werden, entscheiden die Kinder ganz alleine. “Wir geben nur eine Grundidee vor, alles andere machen die Kinder. Am Ende ist es wichtig, dass es ihnen gefällt und sie Spaß haben”, sagt die Workshopleiterin. Dass die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen können, ist auch Simon Kräutler ein großes Anliegen: “Bei uns steht der Spaßfaktor im Vordergrund und nicht die Perfektion.”

Schlussaufführung am Sonntag, 17. Juli, um 14 Uhr auf der Werkstattbühne des Bregenzer Festspielhauses.

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