Vorarlbergerin als Glanzpunkt in Langenargen

Kultur / 29.07.2022 • 14:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Vorarlbergerin als Glanzpunkt in Langenargen
HV

Hinreißende Elisso Gogibedaschwili im Langenargener Schlosskonzert.

Langenargen Ein Glanzpunkt in der laufenden Reihe der Langenargener Schlosskonzerte war gewiss der phänomenale Auftritt der Vorarlberger Geigerin Elisso Gogibedaschwili, zusammen mit ihrem römischen Klavierpartner Jacopo Giovannini.

Beide Musiker studieren noch an der Musikhochschule Hannover, doch in ihrem Spiel liegt nicht nur technische Virtuosität, sondern längst eine Reife von ganz eigenem Charakter.

Elisso Gogibedaschwili brillierte bei den Langenargener Schlosskonzerten. <span class="copyright">HV </span>
Elisso Gogibedaschwili brillierte bei den Langenargener Schlosskonzerten. HV

Wie ein Sturmwind hob Hindemiths Sonate in Es op.11/1 an, wechselte zwischen sanftem Spiel und kreischender Aggressivität, um zärtlich, scheu und bebend wie ein junger Vogel zu enden. Mit untergründiger Schwermut, die einen Weg ans Licht sucht, interpretierte die Geigerin nach stimmungsvoller Klaviereinführung Tschaikowskys „Meditation“, bestechend die Übergänge aus der Melancholie in lichtere Höhen. Wie eine Wildkatze auf dem Sprung erschien Gogibedaschwili in Beethovens Sonate für Violine und Klavier a-Moll op. 23, sprühend und schillernd im Presto, graziös und spielerisch humorvoll im Andante vor vitalem Ausklang.

Auch in Brahms‘ Sonate für Klavier und Violine Nr. 3 d-Moll op. 108 präsentierten sich zwei ebenbürtige Musiker und setzten kontrastreiche Akzente, bald samtweich, bald angriffslustig bis zum drängenden, stürmischen Ausklang. Herrlich spielerisch und kapriziös interpretierte das Duo Eugène Ysaÿes/Camille Saint-Saëns „Caprice d’après l’Etude en forme de valse“. Ein süffiges, sprühendes, wahnwitziges Feuerwerk, das die Geige in ein Teufelsinstrument verwandelte. Als Zugabe schenkte das Duo den begeisterten Zuhörern einen zauberhaft träumerischen Satz aus César Francks Sonate in A-Dur.

Christel Voith