Ingrid Noll bittet zur „Tea Time“

Kultur / 04.11.2022 • 17:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ingrid Noll bittet zur „Tea Time“

Ein verschrobener Zirkel mit krimineller Energie.

Krimi Eine Runde verschrobener junger Frauen steht im Mittelpunkt von „Tea Time“, dem 17. Roman von Deutschlands renommierter Krimi-Lady Ingrid Noll. Die Bestseller-Autorin erzählt die Geschichte aus der Sicht der Apothekenhelferin Nina, die wegen eines Kindheitstraumas nur schlafen kann, wenn sie in ihrer Decke wie in einem Kokon fest eingewickelt ist. Ihr ungewöhnliches Hobby: mit „Arm-Kräutlein-Fotos“ Pflanzen, die gemeinhin als Unkräuter gelten, „ihre Würde wiedergeben“. Nicht weniger spleenig ist ihre Freundin, die Schulsekretärin Franzi, der unordentliche Teppichfransen ein Graus sind, dem sie mit Kämmen zu Leibe rücken muss. Oder die der zwei Lehrerinnen. Corinna, die gelenkige Schlangenfrau und Ethiklehrerin Eva, deren Moral sehr locker ist. Sie alle sind Mitglied beim „Club der Spinnerinnen“ und es stoßen immer mehr dazu.

Als Kontrapunkt gesellt Noll Andreas Haase dazu, ein Name, der ihr die Möglichkeit gibt, ihren Wortwitz unterzubringen: Da ist „der Hase im Pfeffer begraben“, schleichen „Hasenfüße“ und hoppeln „Angsthasen“ durch die 320 Seiten des Romans. Irgendwann wollen Nina und Franzi den immer bedrohlicheren Mann loswerden. Die kräuterkundige Nina serviert ihm zur „Tea Time“ ein Gebräu, das es in sich hat. Zum ersten Mal spielt ein Krimi in Nolls baden-württembergischer Heimatstadt Weinheim. Sie kommt damit der Anregung ihrer Mitbürger nach, „dass unser friedliches Städtchen einmal zum Zentrum eines Verbrechens werden sollte – aber nur in der Theorie!“ CRO

Tea Time, Ingrid Noll, Diogenes Verlag, 320 Seiten

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