Die Letzten ihrer Art

Kultur / 25.11.2022 • 18:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für viele eine Gretchenfrage: Ist das Auto ein Sportgerät oder ein Alltagsgegenstand.Matthias Guido Braudisch
Für viele eine Gretchenfrage: Ist das Auto ein Sportgerät oder ein Alltagsgegenstand.Matthias Guido Braudisch

Die Last X-Games im Kultursektor Elektra als Denkanstoß mit Spaßfaktor.

Bregenz Es ist wahrlich ein Husarenstück, was Lukas Weithas in der sogenannten Kathedrale im Kultursektor Elektra vollbringt. Von ihm stammt das Konzept zu den Last X-Games, gleichsam kuratiert er diese Kombination von Kunst und Nicht-Kunst. Dafür nutzt Weithas die Persiflage eines Sportevents als Aufhänger zur Hinterfragung einer Differenzierung der Welt sowie unserer Rituale – das jedoch, ohne dabei die moralische Keule zu schwingen.

So werden im gelernten zeitlichen Rhythmus des vorweihnachtlichen, von der gezupften Klampfe begleiteten Das-so-und-so-vielte-Lichtlein-brennt-Singsangs an den nächsten fünf Sonntagen die Pforten zu einem Raum geöffnet, der das Potenzial birgt, eine Dynamik zwischen Besucher und Installation zu erzeugen. „Mein Ziel ist die Interaktion. Es geht um mehr, als nur vorbeizukommen, zu schauen und wieder zu gehen. Die Last X-Games sind familienfreundlich, auch für das leibliche Wohl soll gesorgt sein“, wirbt der Kurator um sein Publikum.

Dünnes Eis

Zum Mitmachen laden zwei Installationen besonders ein. Da wäre der im Eingangsbereich platzierte Tischtennistisch mit eiserner Netzgarnitur in Turnierhöhe inklusive doppelrangiger Tribüne, erdacht und umgesetzt vom ortsansässigen Tischtennis-Club. Wer jedoch lieber gleitet, dem sei der Indoor-Eislaufplatz empfohlen, über welchem ein ästhetischer Luster (ja, er wird nicht rein zufällig jeden Sonntag entzündet) hängt und dessen Boden als Tonabnehmer gilt. Überall im Raum sind solche Gimmicks versteckt, welche die Werke, die alle für sich stehen, sowie den Raum als Spielfläche in Beziehung bringen.

Auch auf die musikalische Umrahmung wurde nicht vergessen. Diese reicht im Live-Programm von Post-Metal bis Techno Wave, jeweils umrahmt von den Fingerfertigkeiten von Resident DJ Katharsis. Das bringt wohlige Wärme in kalte Gewölbe.

Helfende Hände

„Das alles wäre nicht ohne die richtigen Leute und deren individuelle Initiative zu stemmen“, weiß Weithas nur zu genau. Auf dem Flyer sind rund eineinhalb Dutzend von diesen ausgewiesen, im Hintergrund zeigen sich jedoch noch weit mehr fleißige Komplizen und Komplizinnen dafür verantwortlich, dass dieses spezielle Konzept umgesetzt werden konnte. Der Kurator findet dafür die richtigen Schlussworte: „Ein großes Dankeschön an euch alle!“ Das zeugt von guter Kinderstube und von Sportsgeist. So lasset die Spiele beginnen. VN-HF

Last x-games

27. 11. Vernissage + Resident DJ Katharsis

4. 12. Gallowhead12 + Resident DJ Katharsis (Post-Metal)

11. 12. Halal Hardcore96 + Resident DJ Katharsis (Keta Wave / Techno Wave)

18. 12. Ebony Tylah57 Performance + Sound-Performance Kremmel98 + Resident DJ Katharsis

25. 12. Finissage + Wecoolin’80 (DJ Backstage & Wolfurt West)

jeweils von 14 bis 17 Uhr im Kultursektor Elektra, Brielgasse 27, 6900 Bregenz, Infos: https://elektra.wtf/

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