Luna Al-Mousli mit ungewöhnlichen Erzählstimmen

Kultur / 23.12.2022 • 16:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Luna Al-Mousli mit ungewöhnlichen Erzählstimmen

Erzählungen Gegenstände als Zeugen des Geschehens – diese Idee legt Luna Al-Mousli ihren „Um mich herum Geschichten“ zugrunde. Die heute in Wien lebende und für ihr Debüt „Eine Träne, ein Lächeln“ mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnete Autorin wurde 1990 in Damaskus geboren – und dorthin führen auch ihre Geschichten zurück. Erzählt werden sie etwa von einem Notebook, von einer Oud, einer arabischen Laute, von einem Herrenanzug oder einem Schlüssel. Deren Gesichtskreis ist naturgemäß eingeschränkt und davon abhängig, wohin sie etwa gehängt und gestellt werden, oder ob die Kastentüre offen oder verschlossen ist.

Doch aus kleinen Beobachtungen schälen sich mit der Zeit die großen Geschichten – und die werden immer trauriger und düsterer. Repressalien, Verfolgung und Bürgerkrieg hinterlassen tiefe Spuren in der ­Familie, die immer weiter dezimiert und in alle Winde verstreut wird. Die Gegenstände können nicht eingreifen. Sie können nur beobachten. Und erzählen. CRO

Um mich herum Geschichten, Luna Al-Mousli, Edition W, 120 Seiten

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