Hollywood-Hommage als dreistündiger Leinwand-Exzess

Kultur / 18.01.2023 • 17:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In „Babylon - Rausch der Ekstase“ mischen zahlreiche Hollywood-Stars mit. Paramount Pictures
In „Babylon – Rausch der Ekstase“ mischen zahlreiche Hollywood-Stars mit. Paramount Pictures

„Babylon“ entführt mit großem Star-Ensemble ins Hollywood der 1920er-Jahre.

Drama Mit dem nostalgischen Filmmusical „La La Land“ lieferte US-Regisseur Damien Chazelle 2017 eine beschwingte Hommage an Hollywood. Die nette Romanze über eine junge Schauspielerin und einen Jazzmusiker im heutigen Los Angeles machte Chazelle mit damals 32 Jahren zum jüngsten Gewinner eines Regie-Oscars. Nun legt das Wunderkind mit einer weiteren Hommage an die Traumfabrik nach – allerdings liegen Welten dazwischen. „Babylon – Rausch der Ekstase“ entführt ins frühe Hollywood der 1920er- Jahre, als die junge Filmmetropole von der Stummfilm-Ära ins Tonzeitalter schlitterte. Chazelle geht mit rauschenden Partys, viel nackter Haut, bombastischen Filmsets und dekadenten Exzessen in die Vollen. Zurecht trägt der über dreistündige Leinwand-Exzess den Untertitel „Rausch der Ekstase“.

Star-Ensemble

Chazelle, der auch das Drehbuch schrieb, konnte dafür ein Star-Ensemble gewinnen. Brad Pitt spielt einen gefeierten Movie-Star, Margot Robbie ein aufstrebendes Starlet, Jean Smart eine Gossip-Kolumnistin auf der Suche nach Skandalgeschichten, Tobey Maguire einen perfiden Drogenboss. Jovan Adepo wird zum schwarzen Trompeten-Virtuosen, Li Jun Li verwandelt sich in eine geheimnisvolle Cabaret-Sängerin. Auch Olivia Wilde, Eric Roberts, Lukas Haas und Musiker Flea mischen mit. Doch gleich zum Auftakt tritt mit Diego Calva die eigentliche Hauptfigur in Aktion. Der 30-jährige Mexikaner spielt einen jungen Einwanderer, der in der Filmmetropole sein Glück sucht.

„Babylon“ ist eine ungewöhnliche, komplexe Liebeserklärung an Hollywood. Chazelle bombardiert die Zuschauer mit fetziger Musik, schrillen Szenen und schrägen Charakteren. Dabei schlägt er gelegentlich mit Vulgaritäten über die Stränge, aber hinter all dem übertriebenen Wirbel sind seine Bewunderung und Liebe für die Anfänge der Filmkunst deutlich zu spüren.

„Babylon“ holte gleich fünf Golden-Globe-Nominierungen. Letztlich gewann der Film nur die Auszeichnung für die beste Filmmusik. „Babylon“ hat bei der Verkündung der Oscar-Nominierungen am 24. Jänner gute Chancen, aber ein Abräumer dürfte diese freizügige Satire nicht sein. Die US-Filmzensur hat dem Film den strengen R-Stempel aufgedrückt, Jugendliche unter 17 Jahren sind nur in Begleitung Erwachsener zugelassen.

Babylon – Rausch der Ekstase

Regie Damien Chazelle

Darsteller Brad Pitt, Margot Robbie, Diego Calva, Tobey Maguire, Olivia Wilde

Start 19. Jänner

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