Literaturnobelpreis für Südkoreanerin Han Kang

Die Schriftstellerin erhält den Preis für ihre “intensive poetische Prosa”.
Stockholm Die südkoreanische Schriftstellerin Han Kang wird in diesem Jahr mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Das gab die Schwedische Akademie in Stockholm bekannt. Sie erhält den renommiertesten literarischen Preis der Erde “für ihre intensive poetische Prosa, die sich historischen Traumata stellt und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens offenlegt”, wie der Ständige Sekretär der Akademie, Mats Malm, bei der Preisbekanntgabe in der Stockholmer Altstadt sagte.
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Han Kang debütierte 1994 mit der Kurzgeschichte “Roter Anker”. International bekannt wurde sie mit ihrem Roman Die Vegetarierin”, der 2007 in Südkorea erschien und 2015 ins Englische übersetzt wurde. Das Buch wurde 2016 mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet und machte sie zu einer weltweit anerkannten Autorin. Ihr Werk zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche und komplexen Themen wie Identität, Gewalt und körperlicher Autonomie aus. “Menschenwerk”, ein weiterer bedeutender Roman, thematisiert die traumatischen Ereignisse des Gwangju-Aufstandes von 1980 und deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Individuum. Mit “Weiß” veröffentlichte sie ein lyrisches Prosawerk, das sich mit Verlust, Trauer und Erinnerung auseinandersetzt. Han Kangs Schreiben ist bekannt für seine poetische Sprache und symbolische Tiefe. Sie verwendet oft ungewöhnliche Erzählformen und Perspektiven, um die inneren Konflikte ihrer Figuren zu beleuchten. Ihre Geschichten hinterfragen gesellschaftliche Normen und regen zum Nachdenken über moralische und ethische Fragen an. Neben dem Man Booker International Prize erhielt Han Kang zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Yi Sang Literary Award und den Today’s Young Artist Award des südkoreanischen Kulturministeriums.

Seit der ersten Preisvergabe im Jahr 1901 sind insgesamt nunmehr 121 Literaturnobelpreisträgerinnen und -preisträger benannt worden. Darunter waren weltbekannte Literaten wie Ernest Hemingway, Selma Lagerlöf und Jean-Paul Sartre, aber auch Persönlichkeiten wie der frühere britische Premier Winston Churchill und der US-Musiker Bob Dylan, die zunächst nicht unbedingt mit der Weltliteratur in Verbindung gebracht werden.