“Historische Genauigkeit bildet das Fundament”

Der neue Krimi “Felix Blom – Mord an der Spree” von Alex Beer erscheint am 5. November.
Schwarzach Der dritte Band der Felix-Blom-Reihe “Mord an der Spree” spielt im Jahr 1878. Das Berlin von damals war eine faszinierende Stadt im Umbruch – laut, wachsend, widersprüchlich. Einerseits war es das Zentrum von Wissenschaft, Technik und Industrie, andererseits herrschten starre gesellschaftliche Strukturen. Die Bestsellerautorin Daniela Larcher, die unter dem Pseudonym Alex Beer schreibt, recherchierte intensiv zur damaligen Zeit und lässt ihre Protagonisten in echten, ungeklärten Fällen ermitteln. Und sie hat zum ersten Mal mit Mathilde Voss eine selbstbewusste, schlagfertige Frau als Ermittlerin gewählt.
Wie tickte das damalige Berlin? Wäre eine starke Frau realistisch gewesen?
Frauen hatten damals kaum Rechte, weder im Berufsleben noch privat. Eine Karriere bei der Polizei war undenkbar. Gerade das macht Mathilde Voss für mich so interessant. Sie ist keine moderne Frau im falschen Jahrhundert, sondern jemand, der innerhalb der engen Grenzen ihrer Zeit agiert – klug, beharrlich und mit einem feinen Gespür für Gerechtigkeit. Sie muss Umwege finden, sich tarnen, Regeln brechen, um ihren Weg zu gehen. Solche Frauen hat es durchaus gegeben, auch wenn sie selten sichtbar wurden. Ich wollte mit Mathilde zeigen, dass Stärke viele Formen haben kann – nicht nur laut und rebellisch, sondern auch still, geduldig und strategisch. In dieser Hinsicht ist sie absolut realistisch für das damalige Berlin.

Wie sehr ist für Sie bei der Recherche die historische Genauigkeit Pflicht?
Historische Genauigkeit ist für mich sehr wichtig – sie bildet das Fundament jeder Geschichte. Aber ich verstehe sie nicht als Zwang, sondern als Chance, eine vergangene Zeit lebendig werden zu lassen. Die Fakten müssen stimmen, doch Figuren und Handlung dürfen atmen. Ich recherchiere also gründlich, lasse mir dann aber die Freiheit, dort zu gestalten, wo die Quellen schweigen.
Welchen Anspruch haben Sie sonst noch an Ihre Krimis?
Ich möchte spannende Geschichten erzählen, die unterhalten, aber auch berühren und zum Nachdenken anregen. Mich interessiert, wie Menschen in Extremsituationen handeln – und was Gerechtigkeit eigentlich bedeutet. Neben der Spannung ist mir daher die psychologische Tiefe meiner Figuren genauso wichtig wie das historische Umfeld.
Mit welcher Ihrer Figur würden Sie sich gerne treffen, vielleicht Abendessen gehen und reden?
Mit Felix Blom würde ich sehr gern einmal essen gehen – allerdings würde ich meine Geldbörse gut im Auge behalten. (lacht) Er ist charmant, schlagfertig und immer für eine Überraschung gut. Ein Gespräch mit ihm wäre bestimmt unterhaltsam – und vielleicht würde ich dabei sogar erfahren, was er mir bisher noch verschwiegen hat.
Der Tod als Unterhaltung funktioniert super. Warum lieben Menschen Krimis?
Weil Krimis uns erlauben, Gefahr und Tod aus sicherer Distanz zu erleben. Wir können uns fürchten, miträtseln, hoffen – und am Ende gibt es meist Ordnung im Chaos. In einer unsicheren Welt ist das tröstlich: Im Krimi siegt oft die Gerechtigkeit, zumindest für ein paar Stunden.
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Welche Rolle spielt ein gutes Ende?
Ein gutes Ende ist entscheidend – es verleiht der Geschichte Bedeutung. Es muss überraschend sein, aber zugleich stimmig und emotional befriedigend. Ich mag es, wenn am Schluss nicht nur der Fall gelöst ist, sondern auch die Figuren innerlich einen Weg gegangen sind. Dann bleibt die Geschichte nach dem Lesen noch ein bisschen im Kopf.
Welcher Ermittler klärt den nächsten Mord auf? August Emmerich oder Isaak Rubinstein?
August Emmerich wird wahrscheinlich im September 2026 seinen siebten Fall lösen. CRO