Textile, skulpturale und plastisch-malerische Werke

Kultur / 02.01.2026 • 14:44 Uhr
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Florian RaidtMathias Garnitschnig hat für seine Ausstellung eine großformatige Sitzskulptur entwickelt.

Drei spannende Ausstellungen stehen in der „Kunsthalle FRO” im Jahr 2026 auf dem Programm.

Dornbirn Die drei Vorarlberger Künstlerinnen und Künstler Selina Reiterer, Mathias Garnitschnig und Elena Apollonio setzen sich dieses Jahr mit der Architektur, der Funktion und der Atmosphäre des ORF-Landesfunkhauses Vorarlberg auseinander. Textile Strukturen, skulpturale Interventionen und ein vielteiliges malerisch-plastisches System eröffnen dabei drei unterschiedliche Ansätze zur Auseinandersetzung mit Architektur und Medium.

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Selina Reiterer nimmt die visuelle und akustische Struktur des ORF-Landesfunkhauses Vorarlberg als Ausgangspunkt. privat

Selina Reiterer (* 1985 in Bregenz) arbeitet an der Schnittstelle von Textilkunst, Klanganalyse und Materialforschung. Ihre Installation nimmt die visuelle und akustische Struktur des ORF-Landesfunkhauses Vorarlberg als Ausgangspunkt. Die Arbeit besteht aus gespannten Textilkörpern, die an analoge Bildträger erinnern und räumliche Reize aufnehmen. Durch Licht, Schall und Bewegung im Raum verändert sich deren Wahrnehmung. Reiterer untersucht, wie ein Raum, der normalerweise der technischen Bildproduktion dient, selbst zu einem Bildträger werden kann. Durch die textile Umsetzung entsteht ein System, das den Ausstellungsraum nicht darstellt, sondern dessen Bedingungen erfahrbar macht.

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privatSelina Reiterer.

Mathias Garnitschnig (* 1979 in Bregenz) studierte Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst Wien. In seinen Arbeiten befasst er sich mit der Beziehung von Körper und Objekt im Raum. Für die „Kunsthalle FRO” hat er eine großformatige Sitzskulptur entwickelt, die sich in Maßstab und Form bewusst auf die Architektur des ORF-Landesfunkhauses Vorarlberg bezieht. Die Installation besetzt den Raum wie ein funktionales Objekt, verändert jedoch dessen Nutzung. Besucherinnen und Besucher können die Skulptur betreten oder benutzen und werden so Teil der räumlichen Situation. Garnitschnig untersucht, wie sich die Wahrnehmung verändert, wenn ein Raum, der üblicherweise klar definierten Abläufen dient, durch eine skulpturale Intervention neu strukturiert wird.

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privatMathias Garnitschnig.

Elena Apollonio (* 1989 in Bregenz) schloss 2022 ihr Studium der Grafik und Druckgrafik ab. Die Ausstellung in der „Kunsthalle FRO” ist ihr Ausstellungsdebüt in Vorarlberg. Sie entwickelt ein raumgreifendes Konstrukt aus zahlreichen gemalten und plastisch weitergeführten Einzelteilen. Diese Module orientieren sich an den räumlichen Linien, Kanten und Übergängen des ORF-Landesfunkhauses Vorarlberg und erstrecken sich über Boden- und Wandzonen. Die Einzelteile besitzen eigene Oberflächen und Formen, fügen sich jedoch zu einem zusammenhängenden System. Die Installation reagiert präzise auf den architektonischen Kontext und strukturiert den Raum neu. Besucherinnen und Besucher bewegen sich zwischen den Elementen und nehmen den Ausstellungsraum in seiner materiellen und funktionalen Beschaffenheit bewusster wahr.

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privatElena Apollonio.

„FRO“ ist ein Anagramm des Wortes „ORF“. Durch die Umdrehung dieses Wortes eröffnet der Kurator und Titelgeber Marbod Fritsch neue und ungewohnte Perspektiven auf den öffentlich-rechtlichen Regional-Broadcaster. Mit der Reihe „Kunsthalle FRO im ORF-Landesfunkhaus“ bietet der ORF Vorarlberg Künstler:innen, die entweder hier geboren wurden, leben und arbeiten oder auf andere Weise mit dem Land in Verbindung stehen, die Möglichkeit, sich inhaltlich oder formal mit dem spannenden und ungewöhnlichen Ausstellungsraum im ORF-Landesfunkhaus Vorarlberg, dem Medienunternehmen ORF und dessen breitem Publikum auseinanderzusetzen.

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Apollonios Module orientieren sich an den räumlichen Linien, Kanten und Übergängen des ORF-Landesfunkhauses. privat

Marbod Fritsch: „Das Jahresprogramm 2026 zeigt die beeindruckende Bandbreite zeitgenössischer Kunst in Vorarlberg – von textilen Räumen bis zu skulpturalen Interventionen. Ich freue mich sehr über das kontinuierliche Engagement des ORF Vorarlberg, der diese Auseinandersetzungen ermöglicht und so die regionale Kunstszene verlässlich begleitet.“

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Maurice ShourotKurator Marbod Fritsch.