Vielfalt zeitgenössischer Kunst aus Vorarlberg

Kultur / 14.01.2026 • 11:55 Uhr
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Die Reihe “Auf Einladung” im Quadrart Dornbirn findet mit der Ausstellung “Fünf Positionen” ihren Abschluss. Liddy Scheffknecht

Veronika Breuer, Sarah Schlatter, Liddy Scheffknecht, Emmanuel Troy und Siegrun Appelt.

Dornbirn Die Ausstellung „Fünf Positionen“ bildet den Abschluss der Reihe „Auf Einladung“ im Quadrart Dornbirn. Sie bündelt ab dem 24. Jänner noch einmal exemplarisch die Intention dieses Formats: Künstlerinnen und Künstler aus Vorarlberg oder mit Wurzeln in der Region erhalten die Möglichkeit, eigene Arbeiten zu zeigen und selbst kuratorisch tätig zu werden. Für diese Ausstellung hat Siegrun Appelt vier Kolleginnen und Kollegen zusammengetragen, sodass Veronika Breuer, Sarah Schlatter, Liddy Scheffknecht, Emmanuel Troy und Siegrun Appelt selbst erstmals gemeinsam in einem Ausstellungsdialog zu erleben sind. Die Ausstellung versteht sich als bewusst komponierter Raum, in dem unterschiedliche künstlerische Handschriften miteinander in Beziehung treten. Appelts kuratorisches Konzept legt Wert auf das Zusammenspiel der Arbeiten, auf Resonanzen, Überschneidungen und Kontraste. So wird nicht nur die Vielfalt zeitgenössischer Kunst aus Vorarlberg sichtbar, sondern auch das Potenzial eines gemeinsamen Denk- und Erfahrungsraums, in dem neue inhaltliche Bezüge entstehen.

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Mit Licht, Zeit, Raum und Bewegung beschäftigen sich Siegrun Appelts Arbeiten. Siegrun Appelt

Im Zentrum von Siegrun Appelts eigener Arbeit stehen die grundlegenden Bedingungen der Wahrnehmung: Licht, Zeit, Raum und Bewegung. Die in Wien lebende Künstlerin untersucht diese Elemente als formbare, sensible Größen und richtet den Blick auf Übergänge, langsame Veränderungen und atmosphärische Feinheiten. Mit Projekten wie „Slow Light” verbindet sie ästhetische mit ökologischen Fragestellungen und plädiert für Reduktion, Achtsamkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit künstlichem Licht. Auch ihre fotografischen Arbeiten machen Zeit sichtbar, indem sie Unschärfen, Bewegungen und minimale Verschiebungen als poetische Kommentare zu Vergänglichkeit und Intensität einsetzen.

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Veronika Breuer. Veronika Breuer

Veronika Breuer, die in Budapest lebt, arbeitet an der Schnittstelle von Fotografie, Installation und materialbezogener Bildforschung. Ihre Werke entstehen überwiegend analog und verbinden fotografische Bilder mit handwerklichen, oft naturbezogenen Materialien wie Papier, Leinen, Hanffasern oder Wachs. Dadurch entstehen fragile Bildobjekte, in denen Oberfläche, Stofflichkeit und Atmosphäre eine ebenso große Rolle spielen wie das Motiv selbst. In Serien wie „Burning Dreams“, die aus verbrannten Traumaufzeichnungen hervorgegangen sind, verschränken sich Erinnerung, Zeit und Transformation zu einer stillen, poetischen Bildsprache.

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Sarah Schlatter. Sarah Schlatter

Die Arbeiten von Sarah Schlatter, die zwischen Berlin und Vorarlberg lebt, verbinden Fotografie, Film, Grafik, Audio und raumbezogene Interventionen mit intensiver Recherche in Archiven und Stadträumen. Schlatter hinterfragt, wie Geschichte, Erinnerung und soziale Realität konstruiert werden, und versteht Kunst als poetisch-politische Intervention. Projekte wie „ETWAS SCHREIBEN” oder „ANSCHLÜSSE” zeigen, wie sie dokumentarisches Material neu kontextualisiert, um bestehende Narrative aufzubrechen und Verantwortung gegenüber Geschichte sichtbar zu machen.

Vielfalt zeitgenössischer Kunst aus Vorarlberg
vhmDie Vorarlberger Künstlerin Liddy Scheffknecht.

Liddy Scheffknecht, die in Wien lebt, arbeitet medienübergreifend mit Fotografie, Video, Projektion, Installation und Skulptur. Ihre präzise komponierten Werke kreisen um das Verhältnis von Stillstand und Bewegung, von Abbild und Wirklichkeit. Serien wie „Sciography” oder „Ceci n’est pas une plante” untersuchen Wahrnehmungsmuster und Bedeutungsverschiebungen, während die Installation „Living Room (Closing)” den Wandel von Medienkultur und privaten Räumen thematisiert.

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Emmanuel Troy. Emmanuel Troy

Der aus Egg im Bregenzerwald stammende Maler Emmanuel Troy setzt sich intensiv mit der Tradition der Moderne auseinander. Ausgehend von kunsthistorischen Referenzen entwickelt er eine zeitgenössische Bildsprache, in der Figuration und Auflösung ineinander übergehen. Er versteht seine Malerei als offenen Prozess, der eindeutige Lesarten vermeidet und die Betrachter zur aktiven Wahrnehmung einlädt.

Auf Einladung #15


»FÜNF POSITIONEN«
Kuratorin: Siegrun Appelt I Feldkirch

24. Jänner bis 29. März

Mit Kunst von:
Veronika Breuer I Sarah Schlatter I
Liddy Scheffknecht I Emmanuel Troy I
Siegrun Appelt

Vernissage: Samstag 24.1., 17 Uhr

Finissage: Sonntag 29.3., 11 Uhr
Künstleren Führung

Öffnungszeiten:
Bis 4. März Do / Fr / Sa 16 -18 Uhr
sowie danach jederzeit nach tel. Vereinbarung