Uraufführung der schlaflosen Träume

Kultur / 21.01.2026 • 13:50 Uhr
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Das Jazzorchester Vorarlberg spielt gemeinsam mit dem SOV die Uraufführung von „Insomniac Dreams“. Karin Nussbaumer

Das Symphonieorchester Vorarlberg spielt gemeinsam mit dem Jazzorchester Vorarlberg.

Bregenz Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Jazzorchester Vorarlberg (JOV) stehen das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) und das JOV an zwei Abenden gemeinsam auf der Bühne. Eine solche Kombination gab es erstmals 2017. Damals war das Werk eines Dritten, nämlich von Gerd Hermann Ortler, zu hören. Nun stammt das Werk aus den eigenen Reihen. Die beiden Komponisten Benny Omerzell und Martin Eberle werden „Insomniac Dreams“ nicht nur aus dem Orchester heraus leiten, sondern auch durch eigene Improvisationen mitgestalten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Rhythmussektion mit Schlagzeug, Keyboards, E-Gitarre und E-Bass. Die Mitglieder des JOV werden mit ihren Improvisationen begeistern, die des SOV werden die dazu passenden Klangteppiche ausrollen.

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Der Pianist Benny Omerzell hat gemeinsam mit Martin Eberle das Werk „Insomniac Dreams“ komponiert. Hanno Mackowitz

„Auf das SOV wartet eine ungewöhnliche Aufgabe, die die große Flexibilität und Vielseitigkeit unseres Orchesters und seiner Musikerinnen und Musiker zeigt“, sagt Geschäftsführer Gerald Mair. Einerseits ist vieles in Noten klar definiert, andererseits gibt es, wie im Jazz üblich, Raum für Improvisation und Zufall. „Rigide Komposition trifft auf fließende Improvisation“, so beschreibt Martin Eberle das Prinzip. Beide Teile des Gesamtklangkörpers sollen ihre Stärken zeigen können. Martin Eberle, künstlerischer Leiter des Jazzorchesters Vorarlberg, und Benny Omerzell lassen sich vom französischen Impressionismus, von Minimal Music im Stil von Philip Glass sowie von Art-Pop-Bands wie Radiohead inspirieren. Es sind sieben Sätze entstanden. In welcher Reihenfolge diese genau erklingen, wird sich erst im Laufe der Proben herausstellen.

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Der Trompeter und Komponist Martin Eberle spielte früher selbst im SOV. Nikolaus Ostermann

Sebastian Hazod, der Vorgänger von Gerald Mair beim Symphonieorchester Vorarlberg, erlebte 2023 „Sonus Variegata“ von Omerzell & Eberle und beauftragte die beiden anschließend mit einem abendfüllenden Programm für das SOV und das JOV. Zum Titel „Insomniac Dreams“ („Schlaflose Träume“) sagt Benny Omerzell: „Bei der Komposition hatten wir keine konkreten Geschichten im Hinterkopf. Vielmehr geht es um bizarre Stimmungen in der Traumwelt und um Lautmalerei.“

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Benny Omerzell wurde 1984 in Egg geboren und am damaligen Vorarlberger Landeskonservatorium ausgebildet. Er studierte außerdem Physik. Wie Eberle lebt er in Wien. Martin Eberle, gebürtiger Dornbirner (Jahrgang 1981), begann seine Ausbildung ebenfalls an der heutigen Stella Musikhochschule und spielte einige Jahre im SOV Trompete. An der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien absolvierte er einen Masterstudiengang in Kulturmanagement. Beide Musiker haben viel beachtete Arbeiten geschaffen, beispielsweise für das JOV, das Ensemble Plus, Soap&Skin, Kompost 3 und 5K HD.

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Thomas Schrott

„Nur das große kreative Potenzial unserer Region macht ein solches Konzert möglich, und ich bin sicher, dass diese so besondere Kombination ein unvergessliches Konzertereignis schaffen wird“, formulierte es Chefdirigent Leo McFall bei der Präsentation des Programms für die Saison 2025/26. Zwei spannende Abende stehen bevor: Am 31. Jänner findet das Konzert im Montforthaus in Feldkirch statt, am 1. Februar im Bregenzer Festspielhaus.