Nichts zu verheimlichen

Linus Barta öffnet sein Atelier in Hard für Freunde und Gäste.
Hard Am Sägekanal 12 in Hard wurde früher irgendwas mit Baumwolle gemacht. Und heute irgendwas mit Kunst. Irgendwas? Nein – das Wort ist einfach fehl am Platz, wenn es um das Schaffen von Linus Barta geht. Den Beweis dafür kann jeder selbst antreten, denn am heutigen Freitag, 30. Jänner, steht das Atelier von Barta von 16 bis 22 Uhr jedem offen. Inklusive Kinderprogramm, natürlich. Barta geht es dabei darum, Leute – egal, ob Nachbarn, Freunde, Künstler oder Interessierte – einzuladen und einfach zu zeigen, was hier vor Ort passiert. Und das ist einiges. Kennt man den Künstler hauptsächlich wegen seiner großformatigen Gemälde, wird man überrascht sein, was alles geboten wird. Barta hat die letzten Jahre viel gelernt, speziell wie fruchtbar ein Austausch ohne großes Ego ist, dass Kultur ein Spiel zwischen vielen ist, das stets neue Perspektiven öffnet.

Barta ist nur punktuell im Land – und wenn er da ist, dann wird gearbeitet. Vor Jahren bereits hat er die Faszination der Ikonologie für sich entdeckt. Am mythologischen Symbol des Apfels hat er sich in unzähligen Bildern sowie auch Skulpturen abgearbeitet. Derzeit stehen Tiere im Fokus. Speziell der Hund hat es ihm da angetan. In seinem Schaffen ist er zudem an jenem Punkt angelangt, dass seine Bilder narrativer werden und ganze Geschichten erzählen, mit einer Portion Kinderbuchcharakter. Das hält ihn allerdings nicht davon ab, nebenbei noch zehn Jahre alte Bilder zu überarbeiten, wenn er es für sinnvoll erachtet.
Doch nicht nur Bartas Kunst gilt es heute zu bestaunen. Diesmal hat er einen alten Freund mitgebracht, und zwar den umtriebigen Berliner Künstler Allistair Walter. Seine ausgestellten Werke sind allesamt während den letzten beiden Wochen in Vorarlberg entstanden, sind somit gleichsam lokal wie biografisch. Er erarbeitet sich seine Bilder teils mithilfe von Wachs, Kunstharz und anderen Mitteln, um ihnen die Ästhetik manipulierter Polaroid-Schnappschüsse zu geben. Er kann aber auch einfach so wunderschön malen. Denn so wie Barta weiß er, was er macht, ohne auf den Zauber des Experiments verzichten zu wollen. So ist es auch nur logisch, dass Allistair Walter heuer bei der Art Basel im Ping Pong-Space vertreten sein wird.

Gerade in Kombination ist das, was die beiden da bieten, von der Qualität her für die gewohnten Verhältnisse sehr hoch. Wer übrigens mehr als nur Gast sein will, ist auch eingeladen, zu kaufen – praktisch direkt von der Wand weg. Dann hat jeder was davon.
Und was steht sonst noch an bei Linus Barta, National wie International? Aktuell sind Werke von ihm bei Thonet in Wien zu sehen. In naher Zukunft geht dann an den Wörthersee, wo in einem – Na no na ned – Schloss der Kunst gefrönt wird. Abseits davon wird er am 7. März in Porto ein Konzert geben – sein erstes seit fast einer Dekade. In Anbetracht dessen, dass die Musik eine seiner ersten Leidenschaften wie Ausdrucksformen war, darf man sich auch hier auf eine Weiterführung des gelebten Experiments freuen. Das wird wie seine Malerei, nur in Klang gegossen. So zumindest das vorläufige Konzept. Mehr braucht es auch nicht. Das passt auch gut zu Bartas Credo. Dieses ist simpel und sinnvoll gleichsam: umtriebig bleiben!