Es gibt kein Bild ohne Rot

Im Hotel Hinterwies in Lech werden Arbeiten von Markus Prachensky präsentiert.
Bregenz Der Kurator und Galerist Gregor K hat es wieder einmal geschafft die Arbeiten einer der Gallionsfiguren der österreichischen Kunstszene nach Vorarlberg zu bringen: Markus Prachensky (1932-2011). Prachensky lernte bei Albert Paris Gütersloh und Josef Dobrovsky und bildete gemeinsam mit seinen Studienkollegen Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Arnulf Rainer die legendäre Künstlergruppe um Monsignore Mauers Galerie nächst St. Stephan. Prachensky war u. a. mit Pierre Soulages, Hans Arp und Alberto Giacometti befreundet und gilt als Vorreiter des Informel. Typisch an Prachenskys Malstil ist seine impulsive, gestische Malerei mit einem schnellen, explosiven Farbauftrag, bei dem er oft Erlebnisse aus Landschaften oder Reisen auf die Leinwand oder auf Papier übertrug. Prachensky ist untrennbar mit der Farbe Rot verbunden, seine Lieblingsfarbe: „Aber Rot ist die Farbe meines Lebens. Mit dieser Farbe habe ich angefangen, mit ihr werde ich sterben“.

Gregor K. und das „Kunsthotel“ Hinterwies bzw. dessen Besitzer, zunächst Michael Manhart und nun seine Tochter Carolin Schertler-Manhart, bilden seit 2012 eine ideale Symbiose. Beide setzen Gregor Ks Credo um: „Kunst soll nicht nur in Galerien stattfinden, sondern dorthin gebracht werden, wo sich viele Menschen aufhalten. Warum also nicht beispielsweise an die Skipiste in Lech?“ Im Hotel Hinterwies wurden immer wieder aufsehenerregende Ausstellungen gezeigt, aber auch legendäre Kunstinstallationen bzw. -performances im gesamten Lecher Skigebiet, wie beispielsweise die „Friedliche Anwendung von Schneekanonen“ (2012).

Gezeigt werden aus Prachenskys Oeuvre Arbeiten wie „Senatus Consultum“ (2005) und „Farnesina Dixie Rom“, beides Reminiszenzen an die römische Architektur, an Tempelbauten und Ruinen und römische Münzbilder, auch mit dem Einfluss des Dixieland Jazz, oder auch aus den großartigen Serien „Cinque Terre“ (2003) oder „La Battaglia die San Romano Paris“ (2010), eine Hommage an Paolo Uccellos Triptychon, das dieser im Auftrag der Medicis gemalt hat, und die berühmte Schlacht von San Romano (1432) zum Inhalt hat bei der Siena, unterstützt von Mailänder Soldaten, gegen den Erzrivalen Florenz kämpfte und als Sieger aus der Auseinandersetzung hervorging. Die Arbeit „Jalisco“ stammt aus 1974 während „Hongkong Ramble“ in das Jahr 2000 zu datieren ist.

Neben den Bildern von Prachensky sind aber auch noch andere Arbeiten im Hotel zu sehen, darunter neueste Werke von Richard Bösch, Christian Eisenberger, Gernot Riedmann und Michaela Saldow, die Gregor K noch kurzfristig mit ins Boot nahm. Es ist immer wieder ein Kunstgenuss höchster Güte sich im stilvoll, aber schlicht eingerichteten Hotel Hinterwies der Kunst hinzugeben, und man darf schon auf den nächsten „künstlerischen Streich“ von Gregor K gespannt sein. THS
Markus Prachensky
Hotel Hinterwies Lech
Täglich bis 6. 4. 2026 und von 17.7. bis 20.9. 2026
Jeden Donnerstag ab 18 Uhr Führung und Abendessen mit dem Kurator Gregor K nach telefonischer Voranmeldung 0680 2464641