Von “Ave Maris Stella“ bis „Viva la vida“

Kultur / 19.02.2026 • 12:43 Uhr
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Die Karten kosten 18 Euro, der Erlös kommt natürlich der Renovierung zugute. Vocale Neuburg

Ein Benefizkonzert in St. Gallus verbindet geistliche Tradition mit klanglicher Gegenwart

Bregenz Wenn sich am Sonntag, dem 1. März um 17 Uhr die Tore der Pfarrkirche St. Gallus in Bregenz zu einem Benefizkonzert öffnen, dann verbindet sich musikalischer Anspruch mit einem konkreten Anliegen. Unter dem Titel „Himmlische Herrlichkeit – irdische Freude” musizieren Daniel André Vitek und der Chor Vocale Neuburg zugunsten der Kirchenrenovierung. Das Programm erfüllt den Raum nicht nur klanglich, sondern macht ihn zugleich als geistiges und kulturelles Zentrum erlebbar.

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Daniel André Vitek studierte Violine und Komposition an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst.Vocale Neuburg

Daniel André Vitek, 1968 im schwedischen Örebro geboren und in Dornbirn aufgewachsen, vereint in seiner Biografie Vielseitigkeit und Konsequenz. Er studierte Violine und Komposition an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst sowie Klavier als zweites Instrument. Anschließend wandte er sich dem Dirigieren zu und schloss seine Ausbildung in Salzburg sowie am Tiroler Landeskonservatorium bei Edgar Seipenbusch mit Auszeichnung ab. Auch als Bariton ist er diplomiert, seine Ausbildung absolvierte er am Vorarlberger Landeskonservatorium bei Judith Bechter. Seit dem Jahr 2000 unterrichtet er am BORG Feldkirch Violine und Klavier. Er wirkt als Bühnenmusiker, unter anderem in St. Gallen und Vaduz, und ist als Geiger im Kammerorchester „Arpeggione“ Hohenems aktiv. Seit 2019 ist er zudem zweiter Organist in St. Gallus. Seine langjährige Tätigkeit als Chorleiter in Vorarlberg und Liechtenstein prägt auch dieses Konzert.

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Vocale Neuburg

Mit Vocale Neuburg steht ihm ein Ensemble zur Seite, das seit über vier Jahrzehnten für ambitionierte Chormusik steht. Der rund 40-köpfige Amateurchor zählt zu den profiliertesten Kammerchören der Region. Sein Repertoire reicht von Renaissance-Motetten über barocke und romantische Literatur bis zu zeitgenössischen Werken und Uraufführungen. Gerade die Verbindung von Tradition und Gegenwart ist Programm.

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Im Zentrum des Abends stehen Auszüge aus Giovanni Pierluigi da Palestrinas „Missa papae Marcelli” mit Kyrie, Gloria, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei, flankiert von seinem „O bone Jesu”. Vertreten sind auch Johann Sebastian Bach mit Choralsätzen aus „Jesu, meine Freude“ sowie einem Orgelchoral aus dem Orgelbüchlein und Girolamo Frescobaldi mit einer Canzona.
Der Bogen spannt sich weiter bis in die Moderne: Ivo Antogninis „Canticum Novum“, Stopfords „Ave Maris Stella“, Kreeks „Mu süda ärka üles“ sowie Arrangements von Coldplays „Viva la Vida“ und Ēriks Ešenvalds’ Bearbeitung von „In My Little Picture Frame“ zeigen stilistische Offenheit. Einen besonderen Akzent setzt Vitek mit seiner Transkription von Verdis „Ave Maria” aus „Otello” für Orgel. So entsteht ein Abend, der geistliche Musik in ihrer historischen Tiefe wie in ihrer heutigen Ausdruckskraft präsentiert und zugleich ein Zeichen für den Erhalt jenes Raumes setzt, in dem diese Klänge ihre Heimat haben.