Wenn Trompeten und Orgel ins Land rufen

Kultur / 27.03.2026 • 11:26 Uhr
Wenn Trompeten und Orgel ins Land rufen
Am Sonntag starten um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakob d. Ä. die Internationalen Bludescher Orgelkonzertein ihre 56. Saison.

Bludescher Orgelkonzerte starten mit festlichem Eröffnungskonzert zu Ehren von Gerold Amann.

Bludesch Am Sonntag, 29. März, beginnt in Bludesch ein Konzertzyklus mit besonderer Tradition: Die Internationalen Bludescher Orgelkonzerte starten um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakob d. Ä. in ihre 56. Saison. Damit wird einmal mehr jener weit über die Region hinaus beachtete Reigen eröffnet, der die historischen Orgeln von Bludesch in den Mittelpunkt stellt. Das Eröffnungskonzert verbindet Orgel- und Trompetenmusik aus mehreren Jahrhunderten. Auf dem Programm stehen Werke von Girolamo Frescobaldi, Franz Xaver Schnizer und Jean Adam Guilain sowie Kompositionen von Giovanni Battista Viviani, Girolamo Fantini, Laurentius von Schnifis, Wolfgang Amadeus Mozart und Georg Friedrich Händel. Einen besonderen Akzent setzt die Erinnerung an den im November verstorbenen Vorarlberger Komponisten Gerold Amann. Mit seiner Echo-Fanfare für zwei Trompeten und dem Orgelstück „Exit“, seiner letzten Komposition, ist das Auftaktkonzert zugleich als musikalische Hommage an den früheren Obmann des Festivals angelegt.

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Gerold Amann, 1937 in Schnifis geboren und 2025 in Schlins verstorben, war einer der prägenden Komponisten Vorarlbergs und ein wichtiger Impulsgeber für die zeitgenössische Musik in der Region. Als musikalischer Grenzgänger suchte er stets nach neuen Ausdrucksformen und prägte über Jahrzehnte hinweg das Konzertleben sowie die musikalische Ausbildung, unter anderem als Lehrer und Komponist. Sein Werk, das sich durch Eigenständigkeit und künstlerische Unabhängigkeit auszeichnet, bleibt als bedeutender Beitrag zur österreichischen Musiklandschaft weit über seinen Tod hinaus präsent.

Bruno Oberhammer

Gestaltet wird der Abend von renommierten Vorarlberger Musikern. Bernhard Bär war nach seiner Ausbildung Solo-Trompeter des Bruckner-Orchesters Linz und Professor an der dortigen Musikhochschule und ist nunmehr in analoger Stellung als Mitglied des Symphonie-Orchesters St. Gallen tätig. Dazu tritt er solistisch sowie zusammen mit seinen vier Geschwistern in der Formation „Familienmusik Bär“ auf. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Rheintalischen Musikschule Lustenau-Höchst  ist der Trompeter Bernhard Lampert Gründungsmitglied und organisatorischer Leiter des Vorarlberger Barockorchesters Concerto Stella Matutina.

Die einzigartige historische Silbermann-Bergöntzle-Orgel der Pfarrkirche St. Jakob in Bludesch erklingt im Eröffnungskonzert unter den Händen von Bruno Oberhammer, dem künstlerischen Leiter des Festivals. Seit 1977 prägte Oberhammer als Professor für Orgel, Tonsatz und Musikwissenschaften das Vorarlberger Landeskonservatorium in Feldkirch, während er zugleich als Orgelvirtuose und Improvisator eine künstlerische Laufbahn von bemerkenswerter Kontinuität und Ausstrahlung entfaltete.

Mit Trompeten und Orgel wird damit gleichsam ins Land gerufen: Die Bludescher Orgelkonzerte eröffnen ihre neue Saison festlich, klangprächtig und mit einem stillen Gruß an Gerold Amann. Fortgesetzt wird die Reihe am 31. Mai in St. Nikolaus sowie am 13. September und 25. Oktober jeweils um 17 Uhr in St. Jakob d. Ä.