Florentina Holzinger: Étude für Bregenz

Kultur / 02.04.2026 • 13:27 Uhr
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Florentina Holzinger gehört zu den radikalsten Stimmen der europäischen Performancekunst.Miro Kuzmanovic © Kunsthaus Bregenz

Performance der österreichischen Künstlerin am 11. Juli in den Bregenzer Seeanlagen.

Bregenz Im Sommer verwandeln sich die Bregenzer Seeanlagen in eine Bühne für eine der markantesten Künstlerinnen Europas: Florentina Holzinger entwickelt für das Kunsthaus Bregenz ein ortsspezifisches Projekt, eine eigens für Bregenz und den Bodensee konzipierte Étude, die als Satellitenprogramm der 61. Biennale in Venedig den Beitrag „Seaworld Venice“ im Österreichischen Pavillon erweitert.

Florentina Holzinger gehört zu den radikalsten und zugleich einflussreichsten Stimmen der europäischen Performancekunst, eine Künstlerin, die sich mit beeindruckender Konsequenz jeder Konvention entzieht und stattdessen einen körperlich extremen, intellektuell herausfordernden und zugleich provokant humorvollen Zugang zum Theater entwickelt hat. Geboren 1986 in Wien, studierte sie Choreografie in Amsterdam und begann früh, die Grenzen zwischen Tanz, Performance, Akrobatik und bildender Kunst aufzulösen.

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Holzinger verfügt durch ihre Kombination von Risiko, Disziplin und künstlerischer Klarheit eine unverwechselbare Handschrift.Miro Kuzmanovic © Kunsthaus Bregenz

Ihre Arbeiten sind geprägt von physischer Intensität, riskanten Stunts und einer bewussten Überschreitung ästhetischer und gesellschaftlicher Grenzen. Holzinger kombiniert spektakuläre Körperkunst mit feministischen Fragestellungen und entlarvt dabei tradierte Rollenbilder, wobei sie Nacktheit ebenso selbstverständlich einsetzt wie ironische Brechungen oder drastische Bilder.

Unverwechselbare Handschrift

Dabei geht es ihr nie um bloße Provokation, sondern um die Sichtbarmachung von Machtverhältnissen, Körpernormen und gesellschaftlichen Erwartungen, die sie mit großer Präzision auf der Bühne verhandelt. Ihre Produktionen bewegen sich oft an der Grenze des Zumutbaren, ohne jedoch ins Beliebige abzugleiten. Vielmehr entsteht aus der Kombination von Risiko, Disziplin und künstlerischer Klarheit eine unverwechselbare Handschrift.

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Die Performance findet am 11. Juli statt: Vier Schlagzeugerinnen und Schlagzeuger, zehn Performerinnen und Performer, ein Kran und eine Glocke erschaffen aus der Stille des Wassers neue Mythen. Amphibienhafte Wesen feministischer Spiritualität tauchen in den Bodensee ein und steigen wieder aus ihm hervor, dies alles in einer Choreografie, die die Geheimnisse unter der Wasseroberfläche erforscht. Die Étude wird einmalig stattfinden, bei schlechten Witterungsverhältnissen kann sich der Beginn bis 20 Uhr verschieben. Der Eintritt ist kostenfrei.