Frühjahrskonzert in Lustenau

Uraufführung der Concordia Lustenau verbindet regionale Tradition und internationalen Jazz.
Lustenau Was klingt, wenn Handwerk zur Geschichte wird? Wenn das Rattern von Stickmaschinen, das Heimweh der Krisenjahre und die Rhythmen ferner Exportmärkte in Töne gegossen werden? Das Frühjahrskonzert des MV Concordia Lustenau gibt eine Antwort und feiert dabei die Uraufführung einer Auftragskomposition, die Lustenau ein musikalisches Denkmal setzt.
Am Samstag, 11. April, vereinigen sich im Reichshofsaal zwei Klangwelten, die so noch nicht gemeinsam auf einer Bühne zu erleben waren: das Blasorchester des MV Concordia Lustenau und die Big Band Swingwerk. Unter der musikalischen Leitung von Josef Eberle erklingt ein Programm, dessen Höhepunkt die Uraufführung von Touren der Zeit bildet, eine eigens für diesen Abend in Auftrag gegebene Komposition des Komponisten und Posaunisten Gilbert Tinner. Der Schweizer Musiker, geboren 1965 in St. Gallen, zählt zu den gefragtesten Arrangeur- und Komponistenpersönlichkeiten für Blasorchesterformationen im deutschsprachigen Raum. Bis 2010 leitete er die Swiss Army Gala Band, heute ist er als Posaunist in der Pepe Lienhard Big Band und im Orchester Da Capo Udo Jürgens aktiv. Daneben dirigiert er das Blasorchester der Schweizerischen Bundesbahnen, das Bodan Art Orchestra sowie das Celebration Pops Orchestra der Obrasso Concerts.
“Touren der Zeit”
In “Touren der Zeit” widmet sich Tinner der traditionsreichen Stickereikultur Lustenaus und führt das Publikum auf eine musikalische Reise durch Jahrhunderte lokaler Geschichte: von den Anfängen des Handwerks über die Industrialisierung bis hin zu heutigen Neuinterpretationen. Das Blasorchester steht dabei für regionale Verwurzelung und handwerkliche Tradition, die Big Band für Internationalität und Innovationskraft. Das Programm des Abends spannt dabei einen weiten Bogen: Das MV Concordia eröffnet mit Richard Strauss’ klangprächtiger Festmusik der Stadt Wien und Don Gillis’ farbig-amerikanischem Tulsa, während Swingwerk mit Chick Coreas zeitlosem Spain und Dani Felbers Thank You, FOS! die Welt des modernen Jazz ins Spiel bringt. Den Übergang zur gemeinsamen Bühne gestalten die beiden Ensembles mit Connections von Bert Joris einem Werk, dessen Titel Programm ist: Verbindung als musikalisches Prinzip, bevor Touren der Zeit diese Verbindung zu ihrem festlichen Höhepunkt führt.